Bescheinigung über eine unabhängige betriebswirtschaftliche Prüfung

An die Volkswagen Aktiengesellschaft, Wolfsburg

Wir haben auftragsgemäß eine betriebswirtschaftliche Prüfung zur Erlangung einer gewissen Sicherheit1 hinsichtlich der Beachtung der AccountAbility Prinzipien AA1000 sowie ausgewählter Nachhaltigkeitsinformationen im Nachhaltigkeitsbericht der Volkswagen AG, Wolfsburg, (im Folgenden die „Gesellschaft“) für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2013 (im Folgenden der „Nachhaltigkeitsbericht“) durchgeführt. Unsere betriebswirtschaftliche Prüfung bezog sich auf qualitative Aussagen innerhalb der deutschen Printfassung des Nachhaltigkeitsberichts und auf ausgewählte quantitative Nachhaltigkeitsinformationen. Die von der Gesellschaft ausgewählten und von uns beurteilten quantitativen Nachhaltigkeitsinformationen wurden im Nachhaltigkeitsbericht gesondert mit den Symbolen und gekennzeichnet.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter

Der Vorstand der Gesellschaft ist verantwortlich für die Beachtung der im AccountAbility Principles Standard (2008) definierten Prinzipien „Inclusivity“, „Materiality“ und „Responsiveness“ (die „AA1000 AccountAbility Prinzipien“) im Nachhaltigkeitsmanagement und für die Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts in Übereinstimmung mit den in den Sustainability Reporting Guidelines Vol. 3.1 (Seite 7 bis 17) der Global Reporting Initiative (GRI) genannten Kriterien:

  • Wesentlichkeit,
  • Einbezug von Stakeholdern,
  • Nachhaltigkeitskontext,
  • Vollständigkeit,
  • Ausgewogenheit,
  • Klarheit,
  • Genauigkeit,
  • Aktualität,
  • Vergleichbarkeit und
  • Zuverlässigkeit.

Diese Verantwortung umfasst zum einen die Auswahl und Anwendung angemessener Methoden zur Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts sowie das Treffen von Annahmen und die Vornahme von Schätzungen zu einzelnen Nachhaltigkeitsangaben, die unter den gegebenen Umständen plausibel sind. Zum anderen umfasst die Verantwortung die Konzeption, Implementierung und Aufrechterhaltung von Systemen und Prozessen, soweit sie für die Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts und für die Sicherstellung der Beachtung der AA1000 AccountAbility Prinzipien im Nachhaltigkeitsmanagement von Bedeutung sind.

Verantwortung des Wirtschaftsprüfers

Unsere Aufgabe ist es, auf Grundlage der von uns durchgeführten Tätigkeiten eine Beurteilung darüber abzugeben, ob uns Sachverhalte bekannt geworden sind, die uns zu der Annahme veranlassen, dass in allen wesentlichen Belangen

  • die von der Gesellschaft eingerichteten Systeme und Prozesse nicht dazu geeignet sind, die AA1000 AccountAbility Prinzipien zu beachten oder
  • die qualitativen Nachhaltigkeitsinformationen im Nachhaltigkeitsbericht nicht in Übereinstimmung mit den in den Sustainability Reporting Guidelines Vol. 3.1 (S. 7 bis 17) der Global Reporting Initiative (GRI) genannten Kriterien erstellt worden sind oder
  • die ausgewählten und mit einem Symbol gekennzeichneten quantitativen Nachhaltigkeitsinformationen im Nachhaltigkeitsbericht nicht in Übereinstimmung mit den in den Sustainability Reporting Guidelines Vol. 3.1 (S. 7 bis 17) der Global Reporting Initiative (GRI) genannten Kriterien erstellt worden sind.

Nicht Gegenstand unseres Auftrags ist die materielle Prüfung der quantitativen Nachhaltigkeitsinformationen, die im Nachhaltigkeitsbericht nicht gesondert mit den Symbolen und gekennzeichnet wurden.

Darüber hinaus wurden wir beauftragt, auf Basis der Ergebnisse unserer betriebswirtschaftlichen Prüfung Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsmanagements und der Nachhaltigkeitsberichterstattung auszusprechen.

Wir haben unsere betriebswirtschaftliche Prüfung unter Beachtung des AA1000 Assurance Standard (AA1000AS) 2008 und unter ergänzender Beachtung des International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 vorgenommen. Danach haben wir die Berufspflichten einzuhalten und den Auftrag unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Wesentlichkeit so zu planen und durchzuführen, dass wir unsere Beurteilung mit einer gewissen Sicherheit1 abgeben können, dem Grad an Sicherheit, der von der Gesellschaft nachgefragt wurde. Wir sind unabhängig im Sinne des Abschnitts 3.2 des AA1000AS (2008). Aufgrund unserer Fachkenntnisse und Erfahrungen mit nichtfinanziellen Beurteilungen, Nachhaltigkeitsmanagement und sozialen und ökologischen Themen verfügen wir über die erforderlichen Kompetenzen zur Durchführung dieser betriebswirtschaftlichen Prüfung. Bei einer betriebswirtschaftlichen Prüfung zur Erlangung einer gewissen Sicherheit sind die durchgeführten Prüfungshandlungen im Vergleich zu einer betriebswirtschaftlichen Prüfung zur Erlangung einer hohen Sicherheit2 weniger umfangreich, so dass dementsprechend eine geringere Sicherheit gewonnen wird. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Wirtschaftsprüfers.

1 „Gewisse Sicherheit (moderate assurance)“ im Sinne des AA1000AS (2008) ist gleich bedeutend mit „begrenzte Sicherheit (limited assurance)“ gemäß ISAE 3000.
2 „Hohe Sicherheit (high assurance)“ im Sinne des AA1000AS (2008) ist gleich bedeutend mit „hinreichende Sicherheit (reasonable assurance)“ gemäß ISAE 3000.

Wir haben Prüfungen auf Ebene der Konzernzentrale, Wolfsburg, sowie auf Ebene ausgewählter Gesellschaften durchgeführt:

  • Audi AG, Ingolstadt, Deutschland
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Stuttgart, Deutschland
  • Scania AB, Södertälje, Schweden
  • Volkswagen Financial Services AG, Braunschweig, Deutschland
  • Shanghai-Volkswagen Automotive Company Ltd., Shanghai, China

Im Zusammenhang mit der Beachtung der AA1000 AccountAbility Prinzipien haben wir unter anderem die folgenden Prüfungshandlungen durchgeführt:

  • Befragungen der relevanten Ansprechpartner in den Bereichen „Stakeholder Engagement & Stakeholder Dialogue“ und „Corporate Responsibility“;
  • Nachvollzug der relevanten Dokumentation zu den Stakeholderdialogen, weiterer Kommunikation mit Stakeholdern und partizipativen Formaten auf Ebene der Konzernzentrale sowie auf Ebene ausgewählter Landesgesellschaften;
  • Nachvollzug der relevanten Dokumentation zur Ermittlung und Priorisierung von Nachhaltigkeitsthemen und CR-Handlungsfeldern sowie identifizierter Stakeholdererwartungen auf Ebene der Konzernzentrale sowie auf Ebene ausgewählter Landesgesellschaften;

Im Zusammenhang mit den qualitativen und den mit einem Symbol gekennzeichneten quantitativen Nachhaltigkeitsinformationen im Nachhaltigkeitbericht haben wir unter anderem die folgenden Prüfungshandlungen durchgeführt:

  • Befragung von Mitarbeitern der für die Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts verantwortlichen Abteilungen über den Prozess zur Erstellung der Nachhaltigkeitsberichterstattung und über das auf diesen Prozess bezogene interne Kontrollsystem;
  • Einsichtnahme in die Unterlagen zur Dokumentation der Nachhaltigkeitsstrategie sowie Verschaffung eines Verständnisses der Nachhaltigkeitsorganisationsstruktur, des Stakeholderdialogs sowie des Entwicklungsprozesses für das Nachhaltigkeitsprogramm der Gesellschaft;
  • Befragung von Mitarbeitern der Fachabteilungen, die einzelne Kapitel des Nachhaltigkeitsberichts verantworten;
  • Aufnahme der Verfahren und Einsichtnahme in die Dokumentation der Systeme und Prozesse zur Erhebung, Analyse, Plausibilisierung und Aggregation der Nachhaltigkeitsdaten sowie deren stichprobenartige Überprüfung;
  • Durchführung von Vor-Ort-Besuchen im Rahmen der Untersuchung der Prozesse zur Erhebung, Analyse und Aggregation ausgewählter Angaben bei:
    • Audi AG, Ingolstadt, Deutschland
    • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Stuttgart, Deutschland
    • Scania AB, Södertälje, Schweden
    • Volkswagen Financial Services AG, Braunschweig, Deutschland
    • Volkswagen Kraftwerke GmbH, Wolfsburg, Deutschland,
    • Volkswagen AG, Werk Wolfsburg, Wolfsburg, Deutschland
    • Shanghai-Volkswagen Automotive Company Ltd., Shanghai, China
  • Analytische Beurteilung der Angaben innerhalb des Nachhaltigkeitsberichts;
  • Abgleich von ausgewählten Daten mit den entsprechenden Angaben im Geschäftsbericht 2013 der Gesellschaft;
  • Erlangung von weiteren Nachweisen für ausgewählte Angaben des Nachhaltigkeitsberichts durch Einsichtnahme in interne Dokumente, Verträge und Rechnungen/Berichte von externen Dienstleistern.

Wesentliche Feststellungen und Urteile

Feststellungen hinsichtlich des AA1000 AccountAbility Prinzips „Inclusivity“: Die Identifizierung, Einbindung und der aktive Austausch mit internen und externen Stakeholdern erfolgt durch die Gesellschaft. Die Einbindung des Managements in die Ergebnisse des Stakeholder-Managements ist etabliert. Die Gesellschaft hat ihre wesentlichen Stakeholder identifiziert und priorisiert. Die nationalen Stakeholder der internationalen Ländergesellschaften sind bisher noch nicht umfassend in das Stakeholder-Management eingebunden. Formale Anforderungen zum Stakeholder-Management sind noch nicht unternehmensweit einheitlich definiert.
Feststellungen hinsichtlich des AA1000 AccountAbility Prinzips „Materiality“: Im Vorfeld der Nachhaltigkeitsberichterstattung wurden die umfangreichen externen Stakeholder-Befragungen einzelner Marken zur Ermittlung der wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen des Konzerns verarbeitet. Die Bestimmung der Wesentlichkeit der Themen basiert auf angemessenen Kriterien und ist etabliert. Die bewerteten Themen sind im Nachhaltigkeitsbericht der Gesellschaft priorisiert gemäß ihrer Zugehörigkeit zu den identifizierten Handlungsfeldern dargestellt.
Feststellungen hinsichtlich des AA1000 AccountAbility Prinzips „Responsiveness“: Die Gesellschaft hat einen abgestimmten und qualitätsgesicherten Prozess zur Reaktion auf Stakeholder-Anfragen etabliert. Die Gesellschaft hat systematische Stakeholder-Dialoge mit ausgewählten wesentlichen Stakeholdern etabliert.
Auf der Grundlage unserer betriebswirtschaftlichen Prüfung zur Erlangung einer gewissen Sicherheit sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass die von der Gesellschaft eingerichteten Systeme und Prozesse nicht dazu geeignet sind, die AA1000 AccountAbility Prinzipien „Inclusivity“, „Materiality“ und „Responsiveness“ in allen wesentlichen Belangen zu beachten.
Weiterhin sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass

  • die qualitativen Nachhaltigkeitsinformationen im Nachhaltigkeitsbericht in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den in den Sustainability Reporting Guidelines Vol. 3.1 (S. 7 bis 17) der Global Reporting Initiative (GRI) genannten Kriterien erstellt worden sind oder
  • die ausgewählten und mit einem Symbol gekennzeichneten quantitativen Nachhaltigkeitsinformationen im Nachhaltigkeitsbericht in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den in den Sustainability Reporting Guidelines Vol. 3.1 (S. 7 bis 17) der Global Reporting Initiative (GRI) genannten Kriterien erstellt worden sind.

Ergänzende Hinweise – Empfehlungen

Ohne die oben dargestellten Ergebnisse unserer betriebswirtschaftlichen Prüfung einzuschränken, sprechen wir folgende Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsmanagements und der Nachhaltigkeitsberichterstattung der Gesellschaft aus:

  • Weiterentwicklung des Stakeholder Managements durch Einführung eines konzernweit gültigen Rahmenwerkes, welches die wesentlichen Vorgaben zum Umgang mit den verschiedenen Aspekten des Stakeholder Managements definiert;
  • Intensivierung von Anstrengungen zur Vereinheitlichung konzernweiter Kennzahlendefinitionen;
  • Stärkere Formalisierung von Prozessen und Kontrollen zur Datenerhebung speziell im Bereich Arbeitssicherheit;
  • Klarere Differenzierung zwischen Volkswagen Konzern und Marke in der Berichterstattung;
  • Vergrößerung der Abdeckungsquote der Kennzahlen zur Abbildung der Konzernperspektive;
  • Stärkere Formalisierung des Berichtsprozesses;
  • Erweiterte Darstellung von Nachhaltigkeitszielkonflikten und -dilemmata.

Hannover, den 22. April 2014

PricewaterhouseCoopers
Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Harald Kayser
Michael Werner
Wirtschaftsprüfer