Leistung und Beteiligung

Faire Vergütung und Erfolgsbeteiligung bilden wichtige Grundlagen für die Motivation und Leistungsbereitschaft unserer Mitarbeiter, aber auch zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Wettbewerbsfähigkeit. Mitwirkung der Mitarbeiter und Mitbestimmung der Arbeitnehmervertreter sind Erfolgsfaktoren des Volkswagen Konzerns. So setzen wir im Dialog mit unseren Beschäftigten Standards für gute Arbeit.

Leistungsförderung und Erfolgsbeteiligung

Die systematische Förderung und Honorierung von Leistung und die Umstellung der Vergütungssysteme auf eine nachhaltige Beteiligung der Beschäftigten am erreichten Unternehmenserfolg sind ein weiterer Bestandteil unserer Personalstrategie.
Seit dem Jahr 2010 gibt es in der Volkswagen AG durchgängige und einheitliche Kriterien für die Entwicklung von Kompetenz und die Bewertung von Leistung. Diese gelten für die gesamte Belegschaft – vom Auszubildenden bis zum Top-Manager. Die Kriterien sind durch konkrete Anreizsysteme in der Entgeltstruktur unterlegt.
Für die Tarifbeschäftigten der Volkswagen AG kommt ein Entgeltsystem zur Anwendung, das aus drei wesentlichen Elementen besteht:

  • Grundvergütung in Gestalt eines wettbewerbsfähigen monatlichen Entgelts,
  • leistungsorientierte Vergütungskomponente, die zusätzlich die Leistungen jedes Einzelnen honoriert,
  • tariflich vereinbarter Anspruch auf Erfolgsbeteiligung.

Dieses dreistufige Vergütungssystem hat sich in der Volkswagen AG als Instrument zur Teilhabe der Belegschaft am Erfolg bewährt. Gleichzeitig trägt es zur individuellen Leistungshonorierung bei Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit bei.
Im Konzern wird es daher zunehmend als Standard umgesetzt, unter anderem bei Audi, ŠKODA und Volkswagen Slovakia. Im Jahr 2013 haben die Mitarbeiter an über 30 Konzernstandorten von einer Erfolgsbeteiligung profitiert.

Nachhaltige Vergütungskomponente für Vorstand und Management.

Im Zusammenhang mit der Einführung der leistungsorientierten Vergütungskomponente wurde vereinbart, dass jeder Mitarbeiter der Volkswagen AG einmal jährlich ein persönliches Mitarbeitergespräch mit seinem Vorgesetzten führt.

Tarifabschlüsse 2013

Langzeitbonus LTI für nachhaltigen Erfolg

Für die Mitarbeiter im Management des Konzerns setzen sich die variablen Vergütungsbestandteile aus drei Komponenten zusammen: dem persönlichen Leistungsbonus, dem Unternehmensbonus und dem 2010 eingeführten Langzeitbonus LTI (Long Term Incentive). Der LTI ist mit einem Betrachtungszeitraum von vier Jahren diejenige Vergütungskomponente, die sich an der nachhaltigen Entwicklung des Unternehmens ausrichtet. Eine solche Komponente wurde 2009 mit dem Vorstandsvergütungsgesetz gefordert. Sie gilt nun im Volkswagen Konzern aber nicht nur für den Vorstand, sondern auch für das gesamte Management. Der LTI ist unmittelbar mit den Zielfeldern der Konzernstrategie 2018 verknüpft: Top-Kundenzufriedenheit, Top-Arbeitgeber, Absatz und Rendite.

Jährliches Mitarbeitergespräch

Im Zusammenhang mit der Einführung der leistungsorientierten Vergütungskomponente wurde vereinbart, dass jeder Mitarbeiter der Volkswagen AG einmal jährlich ein persönliches Mitarbeitergespräch mit seinem Vorgesetzten führt. Dieses Mitarbeitergespräch besteht aus zwei Elementen: der Leistungsbewertung und der Entwicklungsplanung. Jeder Mitarbeiter erhält eine konkrete Rückmeldung zur persönlichen Leistung und klare Aussagen zu beruflichen Perspektiven. Anerkennung und Wertschätzung für gute Arbeit spielen dabei ebenso eine Rolle wie individuelle Potenziale oder konkreter Weiterbildungsbedarf. Nach gleichen Kriterien fanden Mitarbeitergespräche bei der Volkswagen Financial Services AG und der Volkswagen Immobilien Service GmbH statt.
Die Durchführung von Mitarbeitergesprächen, zum Teil in Verbindung mit einer leistungsorientierten Vergütungskomponente, etabliert sich zunehmend auch in den Marken und Gesellschaften des Volkswagen Konzerns. So wurde im Jahr 2013 bei der VW Group Rus in Kaluga (Russland) das Mitarbeitergespräch für alle Tarifmitarbeiter gemäß Konzernstandard eingeführt. Im Management wird bereits seit 2010 ein persönliches Mitarbeitergespräch geführt, das neben Leistungsbewertung und Entwicklungsplanung die Elemente Zielvereinbarung und Beurteilung der Zielerreichung umfasst.
Seit 2013 erhalten auch die in der Volkswagen AG eingesetzten Zeitarbeitnehmer ab dem zweiten Einsatzjahr die leistungsorientierte Vergütungskomponente – analog der entsprechenden Regelung im Rahmen des jährlichen Mitarbeitergesprächs für Volkswagen Mitarbeiter.

Beschäftigungssicherung

Ein breites Spektrum an Flexibilitätsinstrumenten trägt zur Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigungssicherung bei. Auch im Jahr 2013 gelang es uns, flexibel auf veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu reagieren. So konnten wir bei Volkswagen Autoeuropa Beschäftigung sichern, indem rund 200 portugiesische Produktionsmitarbeiter im Rahmen eines mehrmonatigen Auslandseinsatzes wertschöpfend bei der Volkswagen AG in Wolfsburg eingesetzt wurden.
Allen Mitarbeitern der Volkswagen AG ist aufgrund des „Tarifvertrags zur nachhaltigen Standort- und Beschäftigungssicherung“ bis mindestens zum Jahresende 2014 eine sichere Beschäftigung garantiert. Einen bedeutenden Beitrag dazu leisten die auf Initiative des Gesamtbetriebsrats ins Leben gerufenen und im Tarifvertrag verankerten Innovationsfonds:

  • Innovationsfonds I: Weiterentwicklung vorhandener Kompetenzfelder an den Volkswagen Standorten (2007).
  • Innovationsfonds II: Entwicklung neuer Geschäftsfelder nahe der automobilen Wertschöpfungskette (2011).

Bis mindestens Ende 2014 wurde in der Volkswagen AG neben der Einstellung von Auszubildenden auch die leistungsorientierte Übernahme der Ausgebildeten festgeschrieben. Das heißt: Ausgebildete, die bestimmte Leistungsanforderungen erfüllen, werden von der Volkswagen AG unbefristet übernommen. Wer die Leistungsanforderungen nicht erfüllt, bekommt ein auf zwei Jahre befristetes Arbeitsverhältnis. Danach erfolgt mit der Leistungseinschätzung aus dem tariflichen Mitarbeitergespräch die Entscheidung, ob es zu einer Übernahme in ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis kommt.

Einstellung von lokalem Personal

Mitwirkung und Mitbestimmung

Die seit 2009 konzernweit gültige Charta der Arbeitsbeziehungen verknüpft erweiterte Mitspracherechte mit Mitverantwortung. Sie gilt international und sieht gestufte Unterrichtungs-, Konsultations- und Mitbestimmungsrechte für die Arbeitnehmervertretungen der im Welt-Konzernbetriebsrat vertretenen Marken, Gesellschaften und Standorte vor. Die darin verankerten Beteiligungsrechte der Arbeitnehmervertretung umfassen personelle und soziale Regelungen, Arbeitsorganisation, Vergütungssysteme, Information und Kommunikation, Aus- und Weiterbildung, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Prozesscontrolling sowie soziale und ökologische Nachhaltigkeit.
An den internationalen Standorten wurden seither zahlreiche Absichts- und Umsetzungserklärungen zwischen Management und Arbeitnehmervertretung geschlossen. Auch im Jahr 2013 wurden neue Standortverträge zur lokalen Umsetzung der Charta unterzeichnet, so bei der Porsche Holding Gesellschaft m. b. H. Salzburg und der Volkswagen Group United Kingdom Ltd. Im Jahr 2013 wurde die betriebliche Mitbestimmung vielerorts im Sinne der Charta weiterentwickelt: An einigen Kon-zernstandorten, wie zum Beispiel im indischen Pune, wurden erste Betriebsversammlungen oder Symposien durchgeführt. An vielen Standorten wird die Arbeit der lokalen Arbeitnehmervertretungen bereits in Ausschüssen organisiert beziehungsweise intensiviert.

Qualifizierungsworkshops zur lokalen Umsetzung der Charta der Arbeitsbeziehungen.

Der Konzernbetriebsrat und die Unternehmensführung informieren sich regelmäßig darüber, wie die Charta der Arbeitsbeziehungen in den einzelnen Konzerngesellschaften umgesetzt wird. In den Sitzungen des Europäischen Konzernbetriebsrats und des Welt-Konzernbetriebsrats berichten Vertreter der Standorte über den Auf- und Ausbau lokaler Gremien und Arbeitsstrukturen sowie die Anwendung der Instrumente der Charta und dokumentieren Best-Practice-Beispiele. Im Jahr 2013 fanden mehrere Qualifizierungsworkshops zur lokalen Umsetzung der Charta der Arbeitsbeziehungen statt: sowohl gesellschaftsübergreifend (Zentral- und Osteuropa) als auch standortbezogen (Volkswagen in Poznan, Polen); für Produktionsgesellschaften (Volkswagen India) und für Vertriebs- und Finanzdienstleistungsgesellschaften (Volkswagen Group Sverige).
Zur Verbesserung von Arbeitnehmersituation, Arbeitsbedingungen, Beteiligungsrechten und Beschäftigungssicherheit in den chinesischen Joint Venture-Gesellschaften wurde bereits 2008 ein Verbindungs- und Koordinationsausschuss eingerichtet. Darin ist neben dem Generalsekretär des Welt-Konzernbetriebsrats und den Gewerkschaftspräsidenten der chinesischen Joint Venture-Gesellschaften das Unternehmen vertreten. Im Jahr 2013 wurden auch die bislang nicht in diesem Gremium vertretenen chinesischen Joint Venture-Gesellschaften, vor allem die Komponentenwerke, integriert.
Im September 2012 hat der Welt-Konzernbetriebsrat einen Ausschuss Nutzfahrzeuge mit Arbeitnehmervertretern der Marken Scania, MAN und Volkswagen Nutzfahrzeuge eingerichtet. Dieses Gremium begleitet die Integration der Nutzfahrzeugmarken im Volkswagen Konzern und verfügt dazu über weitreichende Informations- und Mitbestimmungsrechte.
Bereits 2008 hat der Welt-Konzernbetriebsrat einen Ausschuss für Vertriebs- und Finanzdienstleistungsgesellschaften etabliert. Auch in den hier vertretenen Gesellschaften werden die Mitbestimmungsrechte im Sinne der Charta der Arbeitsbeziehungen weiterentwickelt.

Charta der Zeitarbeit

Stimmungsbarometer weltweit

Mit dem Stimmungsbarometer können sich die Mitarbeiter aktiv in das Unternehmensgeschehen einbringen. Diese einheitliche konzernweite Mitarbeiterbefragung erhebt einmal jährlich die Zufriedenheit der Beschäftigten. Im Anschluss an die Befragung besprechen Vorgesetzte und Mitarbeiter gemeinsam die Ergebnisse. Hierbei kommen Probleme genauso zur Sprache wie Vorschläge zur besseren Arbeitsgestaltung. Die dabei vereinbarten Verbesserungsmaßnahmen werden bis zur nächsten Befragung umgesetzt. Im Jahr 2013 wurde das Stimmungsbarometer zum sechsten Mal durchgeführt und um eine zwölfte zu bewertende Aussage zu Weiterbildungsmöglichkeiten ergänzt. In die Befragung einbezogen waren 121 Standorte und Gesellschaften in 40 Ländern. Von über 450.000 zur Teilnahme eingeladenen Mitarbeitern nahmen mehr als 400.000 teil. Das entspricht einer Beteiligungsquote von 89 %. Erstmals dabei waren Mitarbeiter von Porsche, MAN, der Volkswagen Group Retail Deutschland GmbH und der Volkswagen Group Polska Sp. z. o. o.
Neben der Beteiligung der Mitarbeiter stellt der Stimmungsindex eine wesentliche Kenngröße des Stimmungsbarometers dar. Der Stimmungsindex lag im Berichtsjahr bei 79 von 100.  32

412.795 Mitarbeiterideen brachten Einsparungen in Höhe von über 312,5 Mio. €.

Mit dem Stimmungsbarometer können sich die Mitarbeiter aktiv einbringen. Diese Mitarbeiterbefragung erhebt einmal jährlich die Zufriedenheit der Beschäftigten. Im Anschluss an die Befragung besprechen Vorgesetzte und Mitarbeiter gemeinsam die Ergebnisse.

Kontinuierliche Verbesserung und Ideenmanagement

Mit ihrer Kreativität, ihrem Wissen und ihrer Initiative haben die Mitarbeiter im Rahmen des Ideenmanagements die Möglichkeit, Prozesse und Produkte zu verbessern. Das Ideenmanagement ist ein wichtiges Führungs- und Motivationsinstrument für betriebliche Vorgesetzte und seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der Verbesserungskultur bei Volkswagen. Darüber hinaus trägt das Ideenmanagement dazu bei, die Arbeit bei Volkswagen sicherer und gesundheitsverträglicher zu machen. Die Herausforderungen des demografischen Wandels werden im Ideenmanagement durch die Förderung von Verbesserungsideen zum Thema Ergonomie besonders berücksichtigt.

Der Volkswagen-Weg

Betriebliche Leistungen

Der Volkswagen Konzern bietet seinen Beschäftigten grundsätzlich die Möglichkeit, Fahrzeugmodelle zumindest einer Konzernmarke kostengünstig zu fahren. Dabei gilt: Die Konditionen sollen für die Beschäftigten bezahlbar und für die Unternehmen wirtschaftlich sein. Beispielsweise können Auszubildende der Volkswagen AG spezielle Angebote bei Kauf oder Leasing nutzen.
Die Volkswagen AG übernimmt Zuschüsse zu Leistungen von Sozialversicherungsträgern, zum Beispiel Krankengeld, und unterstützt im Todesfall eines Mitarbeiters dessen Angehörige. Zudem versichert das Unternehmen jeden Beschäftigten im Rahmen einer Kollektivunfallversicherung gegen Unfälle mit Todes- oder Invaliditätsfolge. In außergewöhnlichen wirtschaftlichen Notlagen gewährt die Volkswagen AG kurzfristige Darlehen. In den Konzerngesellschaften im In- und Ausland profitieren die Mitarbeiter von weiteren betrieblichen Leistungen. Dazu zählen je nach Standort unter anderem:

  • Transport- und Verpflegungszuschüsse,
  • kostengünstiger Wohnraum,
  • monatliche Kinderbetreuungszuschüsse,
  • Vergünstigungen für ausgewählte Freizeitaktivitäten.

Zusätzliche Leistungen in der Gesundheitsversorgung oder Rentenzusatzversicherungen runden das Angebot ab.

Betriebliche Altersvorsorge