Gesundheit und Fitness

Gesundheitsschutz und Gesundheitsförderung sind für uns soziale Verpflichtung und Ausdruck unserer Unternehmenskultur, aber auch ökonomisch notwendig und ein Beitrag zur Zukunftssicherung. Das im Volkswagen Konzern praktizierte ganzheitliche Gesundheitsmanagement geht weit über klassische Gesundheitsvorsorge und Arbeitsschutz hinaus und umfasst Aspekte der Arbeitsorganisation, der Ergonomie, der Führung und der Perspektive für jeden Einzelnen.

Ergonomie am Arbeitsplatz

Für eine ganzheitliche Betrachtung der Ergonomie arbeiten die Konzern Produktionsergonomie, das Gesundheitswesen, der Betriebsrat und der Arbeitsschutz gemeinsam mit den Konzernmarken an der Entwicklung von Standards.
Mit ergonomischen Verbesserungen entlang des gesamten Produktentstehungsprozesses und in der Serie gewährleistet Volkswagen, dass die Qualität der Arbeitsplätze und die aus der Produktion resultierenden Belastungen für die Mitarbeiter bereits in der Planungs- und Konstruktionsphase der Fahrzeugmodelle berücksichtigt werden. Gemeinsames Ziel ist es, mit Wissenschaft und Praxis einen Einklang zwischen ergonomisch modernen Arbeitsplätzen und innovativen Arbeitsprozessen zu schaffen. Nach dem erfolgreichen Modellwechsel zum neuen Volkswagen Golf im Jahr 2012 wurde weiterhin an der ergonomischen Verbesserung der Arbeitsplätze gearbeitet. Durch den Einsatz von Ergo-Assistenten an den Produktionslinien können Mitarbeiter direkt an ihrem Arbeitsplatz zu einer ergonomischeren Ausführung der Arbeitsabläufe beraten und angeleitet werden.
Um gesundheitliche Belastungen durch Schichtarbeit zu reduzieren, führte die Volkswagen AG erfolgreich neue Schichtsysteme ein. Ergo-Schichtmodelle mit einem schnellen Schichtwechsel in Vorwärtsrotation erleichtern es dem menschlichen Körper, von einer Schichtform zur nächsten zu wechseln. Befragungen von rund 1.200 Beschäftigten in insgesamt fünf Werken der Volkswagen AG bestätigten die bessere Verträglichkeit der neuen Ergo-Schichtmodelle in Bezug auf Fitness, Gesundheit und Wohlbefinden.
Mittlerweile an den Volkswagen Standorten etabliert, bilden die Demografie- und Ergonomietage nicht nur ein Forum für Experten, sondern sie beziehen zugleich die Belegschaft mit ein. Im Rahmen der ganzheitlichen Ergonomie-Strategie wurden auf dem Ergonomietag 2013 der Marke Volkswagen in Wolfsburg (Deutschland) Maßnahmen für die altersgerechte Gestaltung von Produkten wie von Produktionsabläufen präsentiert.
MAN hat alle Arbeitsplätze an den Produktionsstandorten systematisch ergonomisch bewertet, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken, die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zu steigern und körperlichen Einschränkungen vorzubeugen.

Ganzheitliches Gesundheitsmanagement

Mit dem Checkup wurde bei Audi im Jahr 2006 und bei Volkswagen im Jahr 2010 eine kostenlose und umfassende Vorsorgeuntersuchung für alle Mitarbeiter eingeführt. Dieses Instrument trägt dazu bei, die Gesundheit, Fitness und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zu erhalten und zu fördern. Die hohe diagnostische Qualität wird von den Beschäftigten allgemein anerkannt. Seither wurden fast 61.000 Volkswagen Checkups und beinahe 60.000 Audi Checkups durchgeführt.
Nachdem sich der Checkup an den deutschen Standorten etabliert hat, werden interne und externe Präventions- und Trainingsprogramme, die mit diesem Instrument verknüpft sind, systematisch ausgebaut. Zudem wurde die großflächige Einführung des Volkswagen Checkups an internationalen Standorten fortgeführt. Bestehende Vorsorgeuntersuchungsprogramme wurden an den konzernweiten Standard des Checkups angepasst, so zum Beispiel im Jahr 2013 bei ŠKODA in Tschechien. Seitdem wurden dort bereits über 15.000 ŠKODA Checkups durchgeführt. Auch MAN bietet den Mitarbeitern im Rahmen eines mehrstufigen Präventionsprogramms einen jährlichen MAN Checkup an.
Umfangreiche bauliche Maßnahmen und neue medizinische Einrichtungen an verschiedenen Konzernstandorten trugen 2013 zur weiteren Optimierung der gesundheitlichen Betreuung der Beschäftigten bei, zum Beispiel wurden bei Volkswagen in Osnabrück (Deutschland), Puebla (Mexiko) und Uitenhage (Südafrika) sowie bei SEAT in Barcelona (Spanien) Gesundheitszentren neu errichtet oder neu gestaltet.
Um konzernweit einheitliche Standards im Gesundheitswesen zu gewährleisten, wurde 2010 ein mehrstufiges Auditierungssystem mit Selbst- und Expertenaudits entwickelt. Zahlreiche Standorte haben das Selbstaudit bereits erfolgreich durchlaufen, an einigen Standorten wurde das Expertenaudit durchgeführt.

Mit ergonomischen Verbesserungen entlang des gesamten Produktentstehungsprozesses und in der Serie gewährleistet Volkswagen, dass die Qualität der Arbeitsplätze und die aus der Produktion resultierenden Belastungen für die Mitarbeiter bereits in der Planungs- und Konstruktionsphase der Fahrzeugmodelle berücksichtigt werden.

Nachdem sich der Checkup an den deutschen Standorten etabliert hat, werden interne und externe Präventions- und Trainingsprogramme, die mit diesem Instrument verknüpft sind, systematisch ausgebaut.

Bekämpfung von Infektionskrankheiten

Arbeitsschutz

Im Rahmen der Führungskräfteentwicklung werden betriebliche Vorgesetzte dafür sensibilisiert, Zusammenhänge zwischen Führung und Gesundheit der Mitarbeiter in ihrer Führungspraxis stärker zu berücksichtigen. Außerdem führt Volkswagen in Deutschland seit Anfang 2012 zum Arbeitsschutz verpflichtende Qualifizierungsmodule für alle angehenden Führungskräfte durch. In Anlehnung daran wurden 2013 die Qualifizierungsbausteine für angehende Meister standardisiert und verpflichtend in die Meister-Basis-Qualifizierung integriert. Bereits seit 2009 werden die Sicherheitsbeauftragten der deutschen Volkswagen Standorte standardisiert zum Arbeitsschutz qualifiziert. 28
Auf Basis des 2010 implementierten Konzern-Arbeitsschutz-Managementsystems (KAMS) analysierten die Gesellschaften der Marken Volkswagen Pkw und Volkswagen Nutzfahrzeuge ihre bestehenden Arbeitsschutzorganisationen und -prozesse. Die Ergebnisse stehen in einem zentralen Datenbanksystem konzernweit zur Verfügung. Dies schließt die systematische Kommunikation über identifizierte Good-Practice-Beispiele im Volkswagen Konzern ein. Die eingebundenen Standorte haben jeweils einen Arbeitsschutzausschuss, der als Organ des betrieblichen Arbeitsschutzes die gesamte Belegschaft vertritt. Zusätzlich verständigten sich alle Beteiligten darauf, ab 2012 alle Standorte weltweit markenspezifisch zu auditieren. Das Audit des Konzern-Arbeitsschutz-Managementsystems wurde im Jahr 2013 an den Standorten Anchieta (Brasilien), Puebla (Mexiko), Poznań (Polen) und Osnabrück (Deutschland) erfolgreich durchgeführt. 33

Arbeitssicherheitspokal 2013 für Bratislava

Zero Accident Initiative bei MAN Diesel & Turbo

Betriebsärztliche Dienste und Notfallmanagement

Die medizinische Betreuung der Mitarbeiter im Volkswagen Konzern erfolgt unter Beachtung der jeweiligen nationalen Rechtsvorschriften und interner Regelungen sowie auf der Basis der Konzernleitlinien zum Gesundheitsschutz und zur Gesundheitsförderung. An allen Standorten ist mindestens eine medizinische Notfallversorgung gewährleistet. An den meisten Konzernstandorten ist eine medizinische Betreuung mit einem verantwortlichen Arzt vorhanden.

Maßnahmen zur Rehabilitation

Um frühzeitig und arbeitsplatzbezogen die Eingliederung von Mitarbeitern nach einer schweren beziehungsweise längeren Erkrankung zu unterstützen, existiert an vielen Standorten ein besonderes Rehabilitationsprogramm. Ziel ist es, die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter innerhalb von drei bis maximal sechs Monaten zu stabilisieren oder wiederherzustellen. Bedarfsorientiert wurden zusätzliche Präventionsangebote wie medizinische Trainingstherapie, Rehabilitationssport, Funktionstraining und spezielle Wirbelsäulengymnastik in das Programm mit aufgenommen.
Zudem werden die Hilfs- und Betreuungsangebote für Beschäftigte mit psychischen oder psychosomatischen Beeinträchtigungen kontinuierlich erweitert. Erkrankten Mitarbeitern stehen unter anderem Betriebsärzte und -psychologen, Sozialcoaches, ein psychologischer Dienst und psychosomatische Sprechstunden zur Verfügung.
Zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen wurde ein präventives Verfahren entwickelt, mit dem Arbeitsplätze standardisiert und objektiv untersucht werden können. Im Rahmen eines Pilotprojekts wurden damit von speziell qualifizierten Analytikern über 900 Arbeitsplätze analysiert. Eine wissenschaftliche Evaluierung des Instruments ist vorgesehen, das Roll-out ist in Vorbereitung.
Viele Mitarbeiter mit Leistungswandlung haben Talente und Fähigkeiten, die sich durch gezieltes Coaching entwickeln lassen, um den Wechsel auf einen neuen, leistungsgerechten Arbeitsplatz im Unternehmen zu ermöglichen. Dieser Gedanke steht hinter dem Programm Work2Work, mit dem die Volkswagen AG seit 2001 für leistungsgewandelte Beschäftigte neue berufliche Perspektiven im Unternehmen schafft. Rund 1.800 Menschen haben in den vergangenen Jahren das Programm durchlaufen. In rund 90 verschiedenen Tätigkeitsfeldern arbeiten in Wolfsburg über 770 Mitarbeiter an Arbeitsplätzen, die ihren spezifischen Fähigkeiten entsprechen.

Programm „Arbeit und psychische Gesundheit“ bei Audi

Angebote für ältere Beschäftigte

Initiiert von den Schwerbehindertenvertretungen der deutschen Automobilindustrie beteiligen sich die Volkswagen AG, die AUDI AG und die Porsche AG an der Studie „Gesund und qualifiziert älter werden in der Automobilindustrie. Partizipation und Inklusion von Anfang an (PINA)“. In diesem vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderten Kooperationsprojekt werden gemeinsam mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität zu Köln Konzepte und Maßnahmen erarbeitet, um die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit älterer Beschäftigter zu erhalten. Neben der Vernetzung betrieblicher Abläufe und Akteure stehen dabei auch die Schnittstellen zu Präventions- und Rehabilitationsträgern wie Krankenkassen, Renten- und Unfallversicherungen im Fokus.
Volkswagen begleitet ausscheidende Mitarbeiter beim Übergang vom Beruf in den Ruhestand. Hierzu gehört auch der konzerninterne Senior-Experten-Einsatz: Mehr als 400 Mitarbeiter der Marke Volkswagen im Ruhestand haben 2013 ihre Berufserfahrung an meist jüngere Kollegen weitergegeben. Die Senior-Experten leisten einen wertvollen Beitrag zum Wissenstransfer bei Volkswagen: Wertvolle Expertise bleibt dem Unternehmen erhalten.

Programm für ältere Mitarbeiter bei ŠKODA

Mehr als 400 Volkswagen Mitarbeiter im Ruhestand gaben 2013 ihre Berufserfahrung an jüngere Kollegen weiter. Die Senior-Experten leisten einen wertvollen Beitrag zum Wissenstransfer.