Duale Berufsausbildung
Prinzip Verantwortung

Eine erstklassige Ausbildung ist die Voraussetzung für hohe Qualität und exzellente Leistungen. Unser Anspruch daran ist hoch – nicht nur in Deutschland. Wir übertragen das bewährte Konzept der dualen Berufsausbildung – der engen Verzahnung von theoretischen und praktischen Lernformen – auf alle Standorte.

Mit zügigem Schritt

durchquert Iván Vendrell die Werkstatt der SEAT Berufsschule und gesellt sich zu seinen Mitschülern. In der Halle nebenan steht Débora Ocaña an einer Werkzeugmaschine, die sie kurz zuvor programmiert hat. Nun verfolgt sie die Abläufe, macht sich Notizen. „Perfekt. Es läuft genau so, wie ich es mir vorgestellt habe.“ Wie sehr sie das freut, verraten ihre leuchtenden Augen. Wer Débora und Iván an diesem ganz gewöhnlichen Mittwochmorgen beobachtet, spürt: Was sie tun, tun sie mit Leidenschaft. Sie sind stolz, bei SEAT zu lernen.
Das gilt besonders für Iván, 17 Jahre alt, angehender Kraftfahrzeug-Mechatroniker. Er gehört zu den ersten Jugendlichen, die bei SEAT eine Duale Ausbildung nach deutschem Vorbild begonnen haben. Der Autobauer ist das erste große Unternehmen Spaniens, das dieses Erfolgsmodell aus Theorie und viel Praxis im September 2012 eingeführt hat. Waren bei SEAT bisher 600 Stunden praktisches „Lernen“ in den drei Ausbildungsjahren üblich, stehen jetzt 1.700 Arbeitsstunden im Unternehmen und in den angeschlossenen Lernstationen auf dem Programm. Iván und die anderen Auszubildenden sammeln auf diese Weise frühzeitig Erfahrungen in ihrem zukünftigen Berufsfeld. Abgerundet wird dies noch durch weitere 600 Stunden Projektausbildung, die der Bearbeitung von firmeninternen Aufträgen gewidmet sind.

Der neue SEAT Ausbildungsplan

lässt zudem mehr Zeit, um Gelerntes auszuprobieren. Das motiviert. Débora, angehende Elektronikerin, begeistert die Technik im modernen Automobilbau. Sie tüftelt gern, will alles genau wissen. „Was passiert, wenn Roboter schweißen, kenne ich zwar aus der Theorie, aber so richtig verstanden habe ich es erst hier bei der Arbeit.“
Auch Iván ist am liebsten in der Werkstatt. Er zeigt stolz eine kleine Metalltreppe, die er in seiner dritten Ausbildungswoche gefräst hat. Sie zeugt von der Sorgfalt und Hingabe, mit der Iván sich auf seinen Beruf vorbereitet und mit der er auch seine zweite große Leidenschaft, das Breakdancing, betreibt. Jeder Schritt, jede Drehung muss sitzen. Nach Feierabend trifft er sich regelmäßig mit seinen Freunden zum Einstudieren neuer „moves“ und „styles“.

Viele seiner Freunde wünschten

, sie hätten einen Ausbildungsplatz wie Iván. Spanien ist das Land mit der zweithöchsten Jugendarbeitslosigkeit in Europa. Die spanische Regierung unterstützt das neue Ausbildungsmodell, indem sie die Einbindung der Auszubildenden in die betrieblichen Abläufe zulässt. Das war bis dahin nicht möglich: Berufsschüler konnten nur in Form von Praktika Erfahrungen im Unternehmen sammeln. Heute fertigen die Auszubildenden bei SEAT beispielsweise Spezialteile für den Modellbau.
Für SEAT und den Volkswagen Konzern ist eine fundierte Qualifizierung vor allem eine Investition in die eigene Wettbewerbsfähigkeit. Deshalb exportiert der Autobauer die duale Ausbildung an seine Standorte in aller Welt – nach China, Indien, in die USA und bereits in zwölf europäische Länder. Bei SEAT in Spanien haben im Jahr 2013 insgesamt 167 junge Menschen eine Ausbildung nach neuem Lehrplan gemacht.
Mit der Einführung des Dualen Systems wurde auch die in Deutschland übliche, nach Ausbildungsjahren gestaffelte Vergütung übernommen. SEAT plant, all seinen Auszubildenden mit erfolgreichem Abschluss einen festen Arbeitsplatz im Unternehmen anzubieten.
167 junge Menschen machen derzeit eine Duale Ausbildung bei SEAT.
Bei Débora und Javier ist die Erinnerung an die Aufregung bei ihrem Ausbildungsstart nicht mehr ganz so frisch. Die selbstbewusste 22-Jährige ist bereits im dritten Lehrjahr. Etwas nervös war sie vor ihrem ersten Praxiseinsatz an der Fertigungsstraße im Werk schon. Deshalb ist sie froh, dass ihr wie allen Auszubildenden bei SEAT ein Tutor als Ratgeber und Betreuer zur Seite stand.
Sie wird auch eine der Ersten sein, die im Jahr 2014 zwei Prüfungen ablegen wird – nach spanischen und nach deutschen (in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer) Vorgaben. Sie wird also einen doppelten Abschluss erlangen, der die hohe Qualität der Ausbildung noch einmal unterstreicht. Der 20-jährige Javier Sánchez hat im letzten Jahr bereits seinen Abschluss als Industrie- und Werkzeugmechaniker gemacht und kann nun aus eigener Erfahrung als Mitarbeiter im Presswerk in Barcelona sagen: „Wir spezialisieren uns früher als andere Auszubildende, lernen dadurch schneller – das ist in der Berufswelt ein unschlagbarer Vorteil.“

Handwerkliche Erfahrungen

bringt der smarte junge Mann von zu Hause mit. Sein Vater betreibt eine kleine Maschinenwerkstatt und brachte Javier schon als Kind den Umgang mit Werkzeugen bei. Inzwischen ist es Javier, der seinem Vater Tipps gibt, mit ihm über die Qualität der Werkzeuge fachsimpelt – und sogar manchmal bei der Anschaffung hilft.
„Die Duale Ausbildung ist ein echter Vorteil für uns. Die enge Verknüpfung von Theorie und Praxis verleiht unseren zukünftigen Mitarbeitern hohe Fachkompetenz“, sagt Manuel Moreno, im SEAT Personalwesen verantwortlich für Aus- und Weiterbildung. Aber nicht nur SEAT profitiert. Eine qualifizierte Ausbildung seiner Jugend stärkt letztlich den Industriestandort Spanien als Ganzes.

1 – Iván Vendrell 2 – Débora Ocaña 3 – Javier Sánchez