Frauenförderung und Vielfalt

Auf dem Weg zum Top-Arbeitgeber der Automobilbranche wollen wir das Potenzial nutzen, das in der Diversität unserer Belegschaft liegt. Um es zu aktivieren, fördern wir gezielt Frauen, schaffen Grundlagen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie und leben die Vielfalt unseres Konzerns.

Gewinnung und Entwicklung weiblicher Talente

Der Volkswagen Konzern strebt in Deutschland langfristig einen Frauenanteil von 30 % auf allen Hierarchieebenen im Management an. So konnte der Frauenanteil im Management des Volkswagen Konzerns in Deutschland von 9,3 % im Jahr 2012 auf 9,8 % im Jahr 2013 erhöht werden. Der Anteil neu ins Unternehmen eintretender qualifizierter Frauen wird es uns ermöglichen, in den folge nden Jahren den Anteil weiblicher Führungskräfte kontinuierlich zu erhöhen.

Freiwillige Selbstverpflichtung

30 % Frauen auf allen Hierarchieebenen im Management sind das Ziel.

Girls’ Day 2013 im Werk Wolfsburg: Deutschlands attraktivster Arbeitgeber ist bei Mädchen so gefragt wie nie.

„Woman Experience Days“: Junge Ingenieurinnen erleben Volkswagen und testen den Touareg.

Volkswagen stellt die besten Hochschulabsolventen eines Jahrgangs in den benötigten Fachrichtungen ein und entwickelt diese konsequent weiter. Wir orientieren uns am Anteil der Absolventinnen in den jeweiligen Studiengängen. Dieser Systematik folgend müssen rund 10 % der eingestellten Absolventen des Studiengangs Maschinenbau Frauen sein. In der Elektrotechnik sind es ebenfalls 10 % und in den Wirtschaftswissenschaften 50 %. Gemittelt über alle für Volkswagen relevanten Studiengänge ergibt sich aus diesen differenzierten Quoten das Ziel, bei der Einstellung von Hochschulabsolventen einen Frauenanteil von mindestens 30 % zu erreichen. 2013 lag der Anteil an weiblichen Hochschulabsolventen, die bei der Volkswagen AG eingestellt wurden, bei rund 30 %.
Mit einem Anteil von 27,4 % weiblichen Auszubildenden im Jahr 2013, insbesondere von 21,4 % im gewerblich-technischen Bereich, nimmt der Volkswagen Konzern in Deutschland einen Spitzenplatz in der Automobilindustrie ein. Auch dieser Anteil soll in Richtung 30 % ausgebaut werden. Daher wirbt Volkswagen gezielt um weibliche Talente, zum Beispiel mit speziellen Informationstagen über die gewerblich-technische Berufsausbildung bei Volkswagen und mit Berufserlebnistagen für junge Frauen. Seit Jahren beteiligen sich die Marken Volkswagen, Audi, MAN und Porsche am bundesweiten Girls’ Day. 2013 boten sie 2.370 Schülerinnen in Deutschland einen praxisnahen Einblick in die Berufe der Automobilbranche.
Für Abiturientinnen bietet Volkswagen mit dem sogenannten Niedersachsen-Technikum seit 2012 in Kooperation mit Hochschulen ein sechsmonatiges Praktikum an. Ziel ist, die jungen Frauen verstärkt für Technik und einen Studiengang wie Maschinenbau, Elektrotechnik, Fahrzeugtechnik oder Mechatronik zu interessieren. Von den 24 Teilnehmerinnen des Jahres 2012 entschieden sich 22 für ein technisches Studium. 2013 nahmen 25 Abiturientinnen am Niedersachsen-Technikum teil.
Schon frühzeitig geht Volkswagen auch auf weibliche Studierende zu. Der 2012 eingeführte „Woman Experience Day“ richtet sich an Studentinnen und Absolventinnen der Ingenieurwissenschaften. In anderthalb Tagen erhalten die Teilnehmerinnen die Gelegenheit, sich im Dialog mit erfahrenen Ingenieurinnen und Personalreferenten auszutauschen. Bei sieben Woman Experience Days lernten bisher über 120 Teilnehmerinnen die Vielfalt und Karrieremöglichkeiten im Unternehmen näher kennen.

Ein weiterer Schritt in Richtung familienfreundliches Unternehmen ist der kontinuierliche Ausbau von differenzierten Kinderbetreuungsangeboten.

27,4 % betrug der Anteil weiblicher Auszubildender konzernweit im Jahr 2013.

Mit dem „Woman DrivING Award“ richtet sich Volkswagen seit 2004 an die besten Ingenieurinnen. Dieser alle zwei Jahre bundesweit ausgeschriebene Wettbewerb soll junge Absolventinnen ermutigen, sich stärker in technischen Bereichen zu engagieren und das Auto von morgen mitzugestalten. 34
Mit 21 Durchgängen und inzwischen fast 400 Teilnehmerinnen ist das Mentoring-Programm der Volkswagen AG ein im Konzern anerkanntes Instrument zur Personalentwicklung von weiblichen Fach- und Führungskräften. 40 Frauen durchliefen 2013 das Mentoring-Programm, das sie auf dem Weg ins Management unterstützt.
Darüber hinaus verfolgt Volkswagen das Ziel, den Anteil der Facharbeiterinnen und Meisterinnen in Deutschland auf 10 % anzuheben. 2013 wurden 30 Frauen in der Volkswagen AG durch das Meisterinnen-Mentoring-Programm gefördert.
Auch Audi wirbt gezielt um weibliche Talente, beispielsweise durch eigens für Schülerinnen konzipierte Maßnahmen der Berufsorientierung oder den CareerDay Women für Studentinnen technischer Studiengänge. Um den Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen, wird im Rahmen des Konzepts „Sie und Audi“ eine Reihe von Programmen angeboten. Diese richten sich gezielt an Frauen, die sich in die erste betriebliche Führungsebene oder in das Management weiterentwickeln wollen.
Schon seit 2001 nutzt Porsche die Plattform „Femtec.Network“ zur gezielten Rekrutierung hoch qualifizierter Ingenieurinnen. Sie ist ein Kooperationsverbund von elf Technologieunternehmen und seit Januar 2014 neun technischen Universitäten. Ziel ist die Förderung von Frauen in ingenieur- und naturwissenschaftlichen Studiengängen.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Neben der Gewinnung und Förderung weiblicher Talente arbeitet Volkswagen kontinuierlich an der Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dazu zählen für uns:

  • ein hohes Maß an Arbeitszeitflexibilität,
  • eine Vielzahl von Teilzeit- und Schichtmodellen,
  • ein qualifizierter Wiedereinstieg nach der Elternzeit,
  • betriebsnahe und betriebseigene Kinderbetreuungsangebote.

Außerdem ermöglichen Instrumente wie Telearbeit und damit verbunden die Nutzung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien es den Beschäftigten, Beruf und Familie individuell miteinander zu vereinbaren.
Um den Kontakt zu Beschäftigten in Elternzeit zu halten und ihnen einen qualifizierten Wiedereinstieg zu ermöglichen, bietet Volkswagen das Arbeiten in Elternzeit, Elternzeittreffen und Seminare an. Seit 1995 führt das Unternehmen im Werk Wolfsburg das Seminar „Familienmanagement und Beruf“ durch. Auch Volkswagen Nutzfahrzeuge hat ein vergleichbares Angebot. Alle Beschäftigten in Elternzeit werden ein halbes Jahr vor ihrem Wiedereinstieg eingeladen. Sie erhalten Informationen und Anregungen zu verschiedenen Lebensmodellen, zur individuellen Karriereplanung sowie zu unterschiedlichen Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Gleichzeitig werden die gesetzlichen und betrieblichen Regelungen rund um die Elternzeit und den Wiedereinstieg erläutert.
Ein weiterer Schritt in Richtung eines familienfreundlichen Unternehmens ist der kontinuierliche Ausbau von differenzierten Kinderbetreuungsangeboten. Bei der Volkswagen Financial Services AG bereits seit 2008 und bei der AUDI AG seit 2011 umgesetzt, bietet nun auch die Volkswagen AG erstmals an allen Standorten eine Ferienbetreuung für Kinder an. Auch die Volkswagen Sachsen GmbH und die Volkswagen Osnabrück GmbH haben 2013 eine Kinderferienbetreuung eingeführt.
Gute Erfahrungen wurden im Volkswagen Konzern mit betriebsnaher Kinderbetreuung gesammelt. Eine solche bietet beispielsweise MAN an den Standorten München und Augsburg in Betriebskindergärten an. Das Kinderhaus „Frech Daxe“ der Volkswagen Financial Services AG zählt zu den größten Betriebskindergärten in Deutschland. In der Volkswagen Group of America am Standort Chattanooga (USA) existiert seit 2012 ein Kinderbetreuungsangebot.
In der Pflege und Betreuung naher Angehöriger unterstützt die Volkswagen AG Beschäftigte mit einem breiten Spektrum an Möglichkeiten zur Freistellung. Kurzfristig können Beschäftigte bis zu zehn Arbeitstage von der Arbeit befreit werden, um bedarfsgerechte Pflege zu organisieren oder eine pflegerische Versorgung in dieser Zeit sicherzustellen. Zudem können sie sich bis zu sechs Monate vollständig oder teilweise für die Pflegephase freistellen lassen.
Ein besonders hohes Maß an Flexibilität bietet Volkswagen seinen Beschäftigten mit der Wiedereinstellungszusage. Seit rund 20 Jahren können Mitarbeiter für bis zu acht Jahre ohne Angabe von Gründen aus dem Unternehmen ausscheiden – über diesen Zeitraum ist eine Wiedereinstellung nach vorherigem Beschäftigungsverhältnis garantiert.

Inklusion

Mit einem Anteil von 7,18 % schwerbehinderten Menschen an der Gesamtbelegschaft lag die Volkswagen AG im Jahr 2013 erneut deutlich über der gesetzlichen Quote. Im direkten Bereich arbeiten 55 % der schwerbehinderten Beschäftigten, 45 % im indirekten Bereich. Der Inklusion von Mitarbeitern mit Behinderungen gilt unternehmensseitig besonderes Engagement. So werden bei Neu- und Umbauten barrierefreie Arbeitsplätze, Betriebsrestaurants und Waschräume geschaffen. Der Verankerung einer Unternehmenskultur der Inklusion widmet sich auch die fachbereichsübergreifende „Arbeitsgruppe Inklusion“, in der Unternehmen und Betriebsrat gemeinsam Instrumente zur Verbesserung der Inklusion erarbeiten. Beispiele sind die Qualifizierung und Sensibilisierung von Führungskräften und Personalreferenten sowie die Barrierefreiheit des Bewerbungsprozesses.
Über das eigene Unternehmen hinaus leistet Volkswagen einen Beitrag zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen. Im Berichtsjahr wurden Aufträge in einem Umfang von über 22,5 Mio. € an Werkstätten für Menschen mit Behinderungen vergeben.
Auch international gilt Beschäftigten mit Behinderungen ein besonderes Engagement. Dazu gehören beispielsweise sechs geschützte Werkstätten für mehr als 200 Menschen mit Behinderungen an den ŠKODA Fertigungsstandorten in Tschechien. Mit diesen Einrichtungen schafft ŠKODA in enger Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft KOVO neue berufliche Perspektiven für gesundheitlich eingeschränkte Mitarbeiter. Mit dem Programm „New Horizon“ eröffnet MAN Latin America seit 2011 jungen Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit, im Unternehmen gleichberechtigt mitzuarbeiten, an Weiterbildungsmaßnahmen teilzunehmen und ein Stipendium für ein Hochschulstudium zu erhalten. Im Geschäftsjahr 2013 nahmen 22 junge Frauen und Männer an „New Horizon“ teil.

Inklusionspreis 2013

Mobilitätshilfen schaffen Selbstständigkeit: Mit Handbediengeräten, linksseitigen Gaspedalen, Blinker- und Wischerverlegungen sowie Lenkraddrehknäufen trägt Volkswagen seit Jahrzehnten dazu bei, Menschen mit Behinderungen Unabhängigkeit zurückzugeben.

Internationale Vielfalt

Der Volkswagen Konzern ist ein komplexes, global agierendes Unternehmen mit 106 Fertigungsstätten in Europa, Amerika, Asien und Afrika. Seine Fahrzeuge bietet der Konzern in 153 Ländern an. Allein die Volkswagen AG beschäftigte zum Jahresende 2013 Mitarbeiter aus 104 Nationen. Das Unternehmen fördert die friedliche Zusammenarbeit dieser verschiedenen Traditionen und Kulturen aus tiefer Überzeugung.

Chancengleichheit

Volkswagen steht für Respekt, Toleranz und Weltoffenheit. Respektvoller und kooperativer Umgang miteinander heißt, die Persönlichkeit jedes Einzelnen zu achten. Volkswagen gewährleistet Chancengleichheit und Gleichbehandlung, ungeachtet ethnischer Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, Behinderung, Weltanschauung, Religion, Staatsangehörigkeit, sexueller Ausrichtung, sozialer Herkunft oder politischer Einstellung, soweit diese auf demokratischen Prinzipien und Toleranz gegenüber Andersdenkenden beruht. Die Verhaltensgrundsätze des Volkswagen Konzerns stellen dafür eine konzernweite Richtschnur dar. Jeder Beschäftigte und jedes Organmitglied ist demnach dafür verantwortlich, das partnerschaftliche Miteinander zu achten.
Dennoch kommt Diskriminierung in allen Bereichen der Gesellschaft vor. Offenheit und Transparenz, Kollegialität und Zivilcourage haben sich als bestes Mittel erwiesen, um dagegen anzugehen. Daher ist jeder Beschäftigte verpflichtet, Verstöße umgehend anzuzeigen. Fühlen Beschäftigte sich diskriminiert, können sie sich bei Volkswagen – neben dem gesetzlich verankerten Beschwerderecht – von geschulten Personen unterstützen und beraten lassen. Auf Wunsch des Betroffenen wird in gemeinsamen Beratungsgesprächen mit den beteiligten Personen die Konfliktsituation aufgearbeitet. Viele Konflikte können auf diesem Weg ohne offizielle Beschwerde gelöst werden. Bei Verstößen leitet das Unternehmen entsprechende Maßnahmen gegen die für die Diskriminierung verantwortliche Person ein. Die Bandbreite reicht dabei von Abmahnung über Versetzung bis hin zur Kündigung.
Auf Initiative des Betriebsrats wurden diese Rechte und Pflichten bereits 1996 nachhaltig in der Betriebsvereinbarung „Partnerschaftliches Verhalten am Arbeitsplatz“ für alle Beschäftigten und die Standorte der Volkswagen AG verankert. Diese Betriebsvereinbarung wurde 2007 neu gefasst. Ihre Inhalte werden jedem neuen Mitarbeiter bei seiner Einstellung vermittelt.

Respekt und Chancengleichheit bei Porsche