Nachhaltige Unternehmensführung

Der Volkswagen Konzern hat sich zu einer transparenten und verantwortungsbewussten Unternehmensführung verpflichtet. Die größte Herausforderung, dies auf allen Ebenen und in allen Stufen der Wertschöpfungskette zu leben, ist unsere Komplexität: Mit zwölf Marken und mehr als 570.000 Beschäftigten sind wir eines der größten Unternehmen Europas. Wir folgen den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und haben die Vergütung des Vorstands am langfristigen Unternehmenserfolg ausgerichtet.

Vorstandsvergütung

Der Konzernvorstand besteht aus neun Personen. Jedem Vorstandsmitglied obliegt die Verantwortung für eine oder mehrere Funktionen beziehungsweise Regionen. Der Konzernvorstand wird in seiner Arbeit unterstützt durch die Vorstände und Geschäftsführungen der Marken und Regionen sowie der übrigen Konzerngesellschaften und Beteiligungen. Die Bezüge der Konzernvorstände setzen sich aus einem fixen und einem variablen Bestandteil zusammen. Der variable Bestandteil wiederum setzt sich zusammen aus einem Bonus, der sich auf die Geschäftsentwicklung der jeweils zwei vorangegangenen Jahre bezieht, und seit 2010 aus einem langfristigen Anreiz (Long Term Incentive, LTI), dem – vorbehaltlich einer Einführungsphase – eine Betrachtung der jeweils vier vorangegangenen Geschäftsjahre zugrunde liegt. Beide Komponenten der variablen Vergütung beruhen damit auf mehrjährigen Bemessungsgrundlagen und tragen sowohl positiven als auch negativen Entwicklungen Rechnung.

Drei Frauen sind im Aufsichtsrat des Volkswagen Konzerns, davon zwei seitens der Anteilseigner.

Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat, der den Vorstand bestellt, überwacht und berät, setzt sich gemäß dem deutschen Mitbestimmungsgesetz zur Hälfte aus Vertretern der Anteilseigner sowie zur Hälfte aus Vertretern der Arbeitnehmer zusammen. Insgesamt umfasst der Aufsichtsrat des Volkswagen Konzerns 20 Mitglieder, drei davon sind weiblich. Für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats wurden klare Zielvorstellungen formuliert:

  • Mindestens drei Aufsichtsratsmandate sollen Personen innehaben, die im besonderen Maße die Eigenschaft der Internationalität verkörpern.
  • Aufseiten der Anteilseigner sollen mindestens vier Personen ohne potenzielle Interessenkonflikte im Aufsichtsrat vertreten sein, insbesondere ohne solche Interessenskonflikte, die aufgrund einer Beratungs- und Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern oder sonstigen Dritten entstehen können.
  • Des Weiteren sollen auf Anteilseignerseite mindestens vier Mandate auf Personen entfallen, die unabhängig im Sinne von Nummer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex sind.
  • Mindestens drei Aufsichtsratsmandate sollen von Frauen wahrgenommen werden; dabei sollen wenigstens zwei Mandate auf die Anteilseigner entfallen.
  • Weiterhin sollen bei Wahlvorschlägen in der Regel keine Personen berücksichtigt werden, die zum Zeitpunkt der Wahl das 75. Lebensjahr vollendet haben.

Nachhaltigkeitskoordination

Zur Koordination von Nachhaltigkeit und Verantwortung hat der Volkswagen Konzern eine klare Struktur etabliert. Höchstes Nachhaltigkeitsgremium ist der Konzernvorstand (Nachhaltigkeitsboard). Er wird vom Konzern-Steuerkreis CSR & Nachhaltigkeit mindestens zweimal jährlich zu Themen der unternehmerischen Verantwortung und der Nachhaltigkeit informiert und trifft zentrale Entscheidungen. Dem Konzern-Steuerkreis CSR & Nachhaltigkeit gehören Führungskräfte zentraler Vorstandsbereiche, der Konzernbetriebsrat sowie Vertreter der Marken und Regionen an. Er tagt viermal jährlich, entscheidet über die strategischen Nachhaltigkeitsziele und verabschiedet den Nachhaltigkeitsbericht.
Dem Konzern-Steuerkreis CSR & Nachhaltigkeit steht die Geschäftsstelle CSR & Nachhaltigkeit zur Seite, die seit 2006 alle nachhaltigkeitsrelevanten Aktivitäten innerhalb des Konzerns und der Marken koordiniert. Zu ihren Aufgaben gehört auch der auf Konzernebene geführte Stakeholderdialog, darunter die Beziehungen zu nachhaltigkeitsorientierten Analysten und Investoren. Außerdem bestehen aufgabenbezogen verschiedene Projektteams, die bereichsübergreifend an Themen arbeiten, beispielsweise zur Nachhaltigkeitsberichterstattung oder zu Nachhaltigkeit in den Lieferantenbeziehungen. Diese Koordinations- und Arbeitsstruktur ist mit wenigen Ausnahmen auch bei den einzelnen Marken etabliert und wird kontinuierlich ausgebaut.

Volkswagen Nachhaltigkeitsorganisation


Global CSR Meeting

Um den konzernweiten Austausch zu fördern, einheitliche Strukturen zu etablieren und voneinander zu lernen, treffen sich die CSR & Nachhaltigkeitskoordinatoren aller Marken und Regionen seit 2009 einmal jährlich in Wolfsburg. Das Global CSR Meeting ist damit zu einem wichtigen Bestandteil der konzernweiten Koordinationsstruktur geworden. 2013 standen als Themen auf dem Programm des zweitägigen Treffens: Nachhaltigkeitsreporting, Informationsmanagement, Stakeholdermanagement und Corporate Citizenship. Alle vier Themen wurden in moderierten Arbeitskreisen diskutiert. Zum Abschluss der Veranstaltung mit über 70 Teilnehmern erfolgte die Präsentation der Ergebnisse:

  • Nachhaltigkeitsreporting: Damit ist nicht allein der Konzernnachhaltigkeitsbericht gemeint, sondern auch die Verknüpfung der verschiedenen Reporting- und Kommunikationsformate im Konzern und deren gemeinsame Weiterentwicklung. Neben einer besseren Sichtbarkeit der Marken sollen die Erstellungsprozesse synchronisiert und die Adressierung wesentlicher Stakeholder soll sichergestellt werden.
  • Informationsmanagement: Da jedes Reporting auf einer guten Datenerfassung beruht, stand hier die Ausgestaltung eines IT-basierten Informationssystems im Vordergrund. Wie kann ein solches sowohl die Anforderungen des Konzerns als auch der Marken und Regionen erfüllen? Welche Kennzahlen sind relevant und auf welcher Ebene? Welcher weiteren Informationen qualitativer Art bedarf es?
  • Stakeholdermanagement: Hier stand die Frage nach den wesentlichen Stakeholdern und den verschiedenen Ebenen im Vordergrund. Wie lässt sich ein verzahntes Stakeholdermanagement zwischen Konzern und Marken weiterentwickeln und das Aufgreifen der Stakeholdererwartungen sicherstellen? Dies erfordert eine systematische Erfassung und Klassifizierung der Stakeholder und eine grundsätzliche Vorgehensweise, die auf Marken und Regionen übertragbar ist.
  • Corporate Citizenship: Darunter versteht der Volkswagen Konzern freiwillige Initiativen und Aktivitäten, die für die Gesellschaft und die Gemeinden einen Mehrwert schaffen. Im Konzern beziehungsweise in seinen Marken und Regionen bestehen dazu vielfältige und oft traditionell gewachsene Ansätze und Projekte, darunter allein fünf Unternehmensstiftungen wie Community Trust der Marke Volkswagen in Südafrika oder die Stiftung Umwelt von Audi. Hier gilt es, einen gemeinsamen und systematischen Ansatz zu finden, der auch eine Wirksamkeitsbewertung ermöglicht.
2013 verabschiedet: die Konzern Umweltstrategie.

Koordination Umweltschutz

Mit der Benennung eines Konzernbeauftragten für Umwelt, Energie und neue Geschäftsfelder hat der Volkswagen Konzern 2011 wichtige Weichen für den ökologischen Umbau gestellt. Ende 2013 wurde die Umweltstrategie vom Konzernvorstand verabschiedet. Schon seit 1998 besteht die Konzern-Umweltkonferenz, zu der sich in der Regel alle vier Jahre die Umweltverantwortlichen der Marken und Regionen treffen. Mit dem Konzern-Steuerkreis Umwelt & Energie, der ebenfalls an das Nachhaltigkeitsboard berichtet, folgt die Koordination dieser Themen derselben vorab für CSR & Nachhaltigkeit beschriebenen Struktur.

Im Juni 2013 trafen sich die CSR & Nachhaltigkeitskoordinatoren der Marken und Regionen in Wolfsburg.

Am Rande des Global CSR Meetings konnten die Teilnehmer zwei e-Modelle Probe fahren: den e-up! und den e-Golf .

Koordination Mitarbeiterverantwortung

Den Rahmen definiert die Konzernabteilung Personal, die Umsetzung erfolgt dezentral. Im Jahr 2013 wurde die Personalstrategie zur Unterstützung der Konzernziele 2018 verabschiedet.

Koordination gesellschaftliches Engagement

Das gesellschaftliche Engagement liegt überwiegend in der Verantwortung der Marken, Gesellschaften und Standorte. Um weltweit eine gewisse Vereinheitlichung zu schaffen, hat der Konzern zentrale Grundsätze definiert.