Reporting und Issues Management

Das konzernweite Nachhaltigkeitsreporting hat im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung eine zentrale Rolle inne, weil es intern Transparenz schafft, Themen bündelt und damit Koordination ermöglicht. Natürlich ist auch die Funktion der externen Darstellung nicht zu vernachlässigen. So schlägt der Konzernnachhaltigkeitsbericht mit einer Zusammenfassung der Fortschritte eine Brücke in die Gesellschaft und schafft die Basis für Dialog, Verständigung und Weiterentwicklung. Der den Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI) folgende Konzernnachhaltigkeitsbericht und der damit verknüpfte Auftritt im Internet (Microsite) wurden vom Konzernvorstand im Mai 2013 als zentrale Berichtsplattform für Nachhaltigkeit und Verantwortung im Konzern bestätigt.

Status im Konzern

Eigene Nachhaltigkeitsberichte gemäß GRI erstellen die Marken Audi, MAN, Porsche, Scania und ŠKODA. Die anderen Marken und Gesellschaften können zielgruppenorientiert zum Thema kommunizieren, erstellen aber keinen systematischen GRI-Bericht. Zur Erfassung und Dokumentation von Daten und Informationen wurde erstmals mit dem vorliegenden Nachhaltigkeitsbericht ein eigenes Softwaretool genutzt. Es soll künftig ausgebaut werden, um das Reporting und das Management im Konzern zu unterstützen. Auch die bestehende Microsite soll künftig noch stärker zu einem verzahnten Nachhaltigkeitsauftritt des Konzerns und seiner Marken ausgestaltet werden.

Wesentlichkeitsanalyse

Um die Vielzahl von Themen und Ansprüchen zu erfassen, nutzt der Volkswagen Konzern zahlreiche Instrumente. Von der Zukunftsforschung über den Stakeholderdialog bis hin zum internen Umweltradar. Wir gewinnen daraus wichtige Erkenntnisse, die in die Strategieentwicklung ebenso einfließen wie in unsere Berichterstattung. Für die wiederkehrende Identifikation wesentlicher Themen haben wir im Herbst 2013 die bestehende Wesentlichkeitsmatrix sowie die Ergebnisse der verschiedenen Stakeholderbefragungen der Marken und Gesellschaften herangezogen. Dazu gehören neben der Kundenbefragung der Marke Volkswagen, bei der die Antworten von rund 120.000 Teilnehmern einbezogen wurden, die breiten Stakeholderbefragungen der Marken Audi, MAN, Porsche und Volkswagen Financial Services. Sie decken zusammen über 6.000 Befragte ab und erzielten Rücklaufquoten von bis zu 40 %.
Wir sind uns natürlich bewusst, dass dies noch kein durchgängig systematischer und alle Marken und Gesellschaften gleichermaßen umfassender Prozess ist. Für die Identifikation der wesentlichen Themen war er jedoch angemessen. Bei der Bewertung der Themen, wie sie in der Konzernwesentlichkeitsmatrix dargestellt ist, gelten uns als die drei zentralen Kriterien:

  • Erwartungen der Stakeholder,
  • Bedeutung für das Unternehmen und
  • Beeinflussbarkeit des Themas durch das Unternehmen.
Ressourceneffiziente Produkte und Fertigung wurden als deutlich wichtiger bewertet als 2012.

Unser Verständnis der wesentlichen Themen

Im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse 2013 fand vor allem eine begriffliche Schärfung der Themen im Einklang mit der Konzernstrategie 2018 statt. Die stärkste Verschiebung ergab sich für das Thema „ressourceneffiziente Produkte und Fertigung“, dessen Bedeutung für das Unternehmen von den internen Experten um einiges höher bewertet wurde als 2012. Weitere Themen sind in ihrer Bedeutung nahezu gleich geblieben. Was verstehen wir jeweils darunter?

  • Arbeitgeberattraktivität und Beschäftigung: steht für den substanziellen gesellschaftlichen Beitrag der Wirtschaft, Arbeitsplätze zu schaffen und zu bieten, sowie für alles, was einen attraktiven Arbeitgeber ausmacht – Qualifizierung, Beteiligung, Gesundheit, Arbeitsschutz, Ergonomie und Konzepte für den Umgang mit dem demografischen Wandel.
  • Umwelt- und Klimaschutz: Darunter verstehen wir übergreifende Aktivitäten und Konzepte wie unser Umweltmanagement oder den Wissensaustausch zu diesen Themen, die einen Beitrag zur Verbesserung des Umwelt- und Klimaschutzes im Konzern leisten.
  • Ökonomische Stabilität: bedeutet für uns nicht allein Umsatz und Ertrag. Es zählen dazu auch Aspekte wie Local Sourcing, das auf eine ausgewogene und breite Lieferantenbasis hinwirkt, die Absicherung gegen Kapitalmarktrisiken sowie Aktivitäten vorausschauenden Wirtschaftens.
  • Kundenzufriedenheit: reicht über die Zufriedenheit mit unseren Produkten hinaus und bezieht neben der Bewertung unseres Service und unserer Händlernetze auch alle Aspekte der gelebten Produktverantwortung sowie die Qualitätssicherung mit ein. Es gehört dazu auch unsere Fähigkeit, neue Bedürfnisse in den verschiedenen Märkten rasch zu erkennen und in Lösungen umzusetzen.
  • Ressourceneffiziente Produkte und Fertigung: heißt für uns, Ressourcen über den gesamten Lebensweg hinweg effizient und sparsam einzusetzen. Das Thema umfasst damit ein ganzes Bündel an Konzepten, die von der Produktentwicklung über den Einkauf und die Produktion bis hin zur Nutzungsphase reichen.

Unser Verständnis für alle Themen der Wesentlichkeitsmatrix ist im Internet nachzulesen. 15

Wesentlichkeitsanalyse: Ablauf im Volkswagen Konzern

Wesentlichkeitsanalyse: Themen für den Volkswagen Konzern

Minimierung der Lärmemissionen als Teil eines ganzheitlich umweltfreundlichen Verkehrskonzepts
Optimierung von Recyclingkonzepten als Teil eines effizienten Stoffstrommanagements
Schutz der biologischen Vielfalt, auch in der Wertschöpfungskette, Minimierung des Flächenverbrauchs, Nutzung natürlicher Ressourcen, Natur- und Artenschutz, Ökosystemleistungen wie Ausgleichsflächen und Aufforstungen, Forschungsförderung
Höchste Sicherheitsstandards für Fahrzeuginsassen und andere Verkehrsteilnehmer
Gewinnung und Entwicklung weiblicher Talente, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Inklusion, internationale Vielfalt
Engagement für Regionen, für Bildung und im Ehrenamt, Corporate Citizenship
Globale soziale und ökologische Standards, Monitoring und Steuerung, Lieferantenentwicklung
Managementsysteme, Risikomanagement, Einhaltung bestehender Gesetze und Richtlinien sowie interner Regeln, verantwortungsvolle Lobbyarbeit
Vereint den Anspruch nach Mobilität und Komfort, Schutz der Umwelt und geringen Kosten mit der Vermeidung von Verschwendung im Verkehr; Basis ist ein effizientes Zusammenspiel von Menschen, Infrastruktur, Technologie und Verkehrsmitteln
Entwicklung und Einsatz alternativer Antriebskonzepte (u.a. Elektromobilität), die einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion der CO2-Emissionen leisten
Qualifizierung, Beteiligung, Ganzheitliches Gesundheits­management, Arbeitsschutz, Ergonomie und Konzepte für den Umgang mit der demografischen Entwicklung
Konzernweite Klima- und Umweltschutzstrategie. Indikatorenbasierte Umweltenlastungsprogramme.
Absicherung gegen Kapitalmarktrisiken sowie Aktivitäten vorausschauenden Wirtschaftens; dazu zählen auch Aspekte wie Local Sourcing
Zufriedenheit der Kunden mit den Produkten, den Händlern und dem Service, Produktverantwortung, Qualitätssicherung
Effizienter und sparsamer Einsatz von Ressourcen (Rohstoffe, Energie und Wasser) über den gesamten Lebenszyklus hinweg, Einsatz von erneuerbaren Energien
Entwicklung der Wachstumsmärkte

Entscheidung und Ausblick

Die Wesentlichkeitsmatrix wurde vom Konzern-Steuerkreis CSR & Nachhaltigkeit Anfang 2014 als gültige Darstellung und Leitplanke für die strategische Weiterentwicklung von Verantwortung und Nachhaltigkeit im Volkswagen Konzern verabschiedet. In Vorbereitung auf die Anforderungen, die die GRI mit ihren neuen Leitlinien G4 formuliert hat, werden wir eine Vorgehensweise ausarbeiten, die den Aktivitäten der Marken noch stärker Rechnung trägt, deren Erkenntnisse besser bündelt und in eine Konzernanalyse überführt.

Um das Stakeholdermanagement im Konzern zu systematisieren, führen wir 2014 ein IT-basiertes Issue- und Stakeholdermodul ein. Es hilft, die Relevanz einzelner Stakeholdergruppen zu bewerten und dies mit der Bewertung von Themen zu verknüpfen. Damit ist es Grundlage für ein stakeholderorientiertes Issues Management in 2014, das die Reputation des Konzerns stützt.