Gut. Besser. Nachhaltig.

Bis 2018 will der Volkswagen Konzern der weltweit nachhaltigste Automobilhersteller sein. Um das zu erreichen, haben wir uns auch im Umweltschutz ehrgeizige Ziele gesetzt. Ihnen sind wir 2013 deutlich näher gekommen – in der Fertigung, bei der Produktgestaltung und durch Konzepte, die auf eine intelligente Mobilität abzielen. Mit unserem breiten Ansatz in der Antriebs- und Kraftstoffstrategie sehen wir uns auch wirtschaftlich auf dem richtigen Weg.

Managementansatz

Die vom Konzernvorstand verabschiedete Umweltstrategie bildet den Rahmen, um das Unternehmen in ökologischer Hinsicht an die Spitze zu bringen. Wir haben dafür vier Zielfelder definiert: „Top in intelligenter Mobilität“, „Führend bei umweltfreundlichen Produkten“, „Top in Ressourcenschonung über den Lebenszyklus“ und „Durchgängige Verantwortung im Unternehmen“. Intelligente Mobilität vereint dabei den Anspruch nach Mobilität und Komfort, Schutz der Umwelt und geringen Kosten mit der Vermeidung von Verschwendung im Verkehr. Die Basis dazu bildet ein effizientes Zusammenspiel von Menschen, Infrastruktur, Technologie und Verkehrsmitteln. Um bis 2018 im Umweltschutz führend zu sein, soll die Produktion gegenüber 2010 pro produzierter Einheit um 25 % umweltfreundlicher werden. Konkret wollen wir den Energie- und den Wasserverbrauch sowie die CO2- und Lösemittelemissionen und Abfälle zur Beseitigung um jeweils 25 % pro produzierter Einheit reduzieren.

Minus 25 % Energie, Wasser, Abfall, Lösemittel und CO2 bis 2018.

Für unsere deutschen Standorte, die derzeit etwa 45 % des konzernweiten CO2-Ausstoßes in der Produktion verursachen, haben wir uns ein noch ehrgeizigeres Ziel gesetzt: Die Treibhausgasemissionen aus der Energieversorgung der Produktion sollen bis 2020 um 40 % gegenüber 2010 sinken – damit unterstützen wir das Ziel der deutschen Bundesregierung. Neben der effizienten und ressourcenschonenden Fertigung sowie der Gestaltung intelligenter Mobilitätskonzepte ist die Entwicklung umweltschonender Fahrzeuge eines unserer wichtigsten Handlungsfelder: Die CO2-Emissionen unserer europäischen Neuwagenflotte sollen bis 2020 auf 95 g/km (CO2/km) reduziert werden. Darüber hinaus soll bei der Marke Volkswagen jede neue Modellgeneration 10 bis 15 % effizienter sein als das jeweilige Vorgängermodell.

Um Ressourcenschonung über den Lebenszyklus sicherzustellen, haben wir in den Konzern-Umweltgrundsätzen Produkt das Ziel verankert, unsere Fahrzeuge so zu entwickeln, dass jedes neue Modell über den gesamten Lebenszyklus bessere Umwelteigenschaften als das Vorgängermodell aufweist. Zur durchgängigen Verankerung im Unternehmen haben wir einen modularen Aufbau gewählt, bei dem sich die Module an den Geschäftsbereichen entlang der gesamten Wertschöpfungskette orientieren. Wir behandeln Umweltthemen nicht nur in der Produktion und bei den Produkten, sondern beispielsweise auch in der Logistik und der Verwertung. Um diese Themen zu steuern, haben wir eine feste Gremien- und Berichtsstruktur definiert. Die Verantwortlichen sind weltweit vernetzt, sodass ein systematischer Austausch von Best-Practice-Beispielen möglich ist. Im Berichtsjahr 2013 haben wir gemeinsam mit allen Geschäftsbereichen auf einem konzernweiten Strategieworkshop ein ehrgeiziges Maßnahmenpaket zusammengestellt und Verantwortlichkeiten sowie Berichtsstrukturen festgelegt.

Herausforderungen und Ziele

Eine zentrale Herausforderung für den Volkswagen Konzern stellt der Klimawandel dar, denn seine Risiken sind erheblich. Sie sind deshalb integraler Bestandteil des konzernweiten Risikomanagements, das jedes Risiko quantitativ und qualitativ analysiert und mit entsprechenden Kennzahlen bewertet. Gleichzeitig bieten sich durch den Klimawandel und die dadurch veränderten Ansprüche der Kunden neue Chancen. Volkswagen entwickelt mehr denn je neue Technologien, Produkte und Dienstleistungen, um die mit dem Klimawandel verbundenen Aufgaben zu lösen – von umweltfreundlichen Fahrzeugen und ergänzenden Servicedienstleistungen über Spritspartrainings bis hin zu Energieangeboten jenseits der Mobilität. So bieten wir

  • ein einzigartig verbrauchsarmes Produktportfolio mit insgesamt 324 Modellvarianten, die nur 120 g CO2/km oder weniger ausstoßen. 54 Modellvarianten unterschreiten bereits jetzt die Marke von 100 g CO2/km.
  • eine Produktkommunikation, die besonders effiziente Fahrzeuge und Technologien mit geringen CO2-Emissionen über sogenannte Effizienzmarken auszeichnet. Dazu tragen unsere Umweltprädikate bei.
  • Informationen und Aktionen, die Nutzer zu einer effizienten und gleichzeitig umweltfreundlichen Fahrweise animieren.
  • neue Entwicklungen wie beispielsweise hocheffiziente Blockheizkraftwerke, die von modernen Erdgasmotoren angetrieben und von unserem Kooperationspartner LichtBlick als „ZuhauseKraftwerke“ vertrieben und vernetzt werden.
  • neue Serviceangebote und Dienstleistungen zur E-Mobilität, wie ein Ökostromangebot in Kooperation mit LichtBlick oder eine Schnellladeinfrastruktur („Wallbox“) in Zusammenarbeit mit Bosch Automotive Service Solutions.

Volkswagen Konzern-Umweltstrategie


Bekenntnis zu Emissionszielen

Im März 2013 kündigten wir an, dass der Konzern den Verbrauch seiner Neuwagenflotte stärker verringern werde als bis dahin vorgesehen: Wir wollen das von der Europäischen Union festgelegte Emissionsziel von durchschnittlich 95 g CO2/km bis 2020 erreichen. Damit verpflichtete sich der Volkswagen Konzern als erster Automobilhersteller zu diesem ehrgeizigen Ziel. Die Emissionen entsprechen einem Durchschnittsverbrauch von weniger als 4 l (4,1 l Benzin, 3,6 l Diesel) – über alle Segmente und Fahrzeugklassen hinweg. Greenpeace Deutschland bezeichnete diese Entscheidung als „wichtiges Signal, sich für den Schutz der Umwelt und Gesellschaft einzusetzen und klimafreundliche technische Lösungen in Serie zu fertigen“. Auch mit unserem Zwischenziel, den CO2-Ausstoß der Neuwagenflotte in Europa bis 2015 auf 120 g CO2/km zu senken, werden wir bereits um mehr als 12 g besser sein als für unsere Fahrzeugflotte gesetzlich vorgegeben.

Vorgaben zur CO2-Einsparung machen ferner die konzernweit gültigen Umweltgrundsätze Produkt. Der Konzern berichtet zu seiner Klimaschutzstrategie regelmäßig an das von großen Investmentgesellschaften begründete CDP (ehem. Carbon Disclosure Project). Im September 2013 nahm das CDP uns erstmals in den Performance und Disclosure-Leadership Index auf und zeichnete den Konzern noch im selben Jahr für seine Performance aus.

95 g CO2 je Kilometer bis 2020: Volkswagen Konzern bekräftigt europäisches Emissionsziel.

In China startet Volkswagen das größte Investitionsprogramm in der chinesischen Automobilgeschichte. Im Zuge des Ausbaus der Fertigungskapazitäten investiert der Volkswagen Konzern bis 2015 mehr als zwei Drittel von insgesamt 9,8 Mrd. € in hocheffiziente Produkte und eine ressourcenschonende Fertigung. Der Flottenverbrauch der derzeit mehr als 70 Modelle konnte zwischen 2005 und 2010 bereits um 20 % reduziert werden und wird bis 2015 um weitere 11 % gesenkt. Volkswagen erfüllt die seit 2012 in China gültige Gesetzgebung zum Flottenverbrauch und wird weitere Maßnahmen ergreifen, ihn in den kommenden Jahren ambitioniert abzusenken – unter anderem durch die weitere Effizienzsteigerung von Verbrennungsmotoren und die Einführung alternativer Antriebstechnologien. Dazu soll auch der verstärkte Aufbau lokaler Forschungs- und Entwicklungskompetenz beitragen.

Unsere Politik und Grundsätze

Tragende Säulen des Umweltschutzes im Volkswagen Konzern sind weltweit geltende Grundsätze. Verbindlich für alle Marken im Konzern sind:

  • Konzern-Umweltpolitik: 1995 erstmals verabschiedet setzt sie den Rahmen für die Umweltaktivitäten der Marken und Gesellschaften.39
  • Konzern-Umweltgrundsätze Standorte/Produktion (2007): Sie berücksichtigen die Themen Fertigungsprozesse, Infrastruktur und allgemeine Grundsätze.40
  • Konzern-Umweltgrundsätze Produkt (2008): Sie berücksichtigen die Aspekte Klima, Ressourcen und Gesundheit und formulieren den Anspruch, dass jedes Fahrzeugmodell, über den gesamten Lebenszyklus betrachtet, ganzheitlich bessere Umwelteigenschaften aufweist als sein Vorgängermodell.41
  • Mission Statement zu Biodiversität (2008): Damit bekennen wir uns zu unserer Verantwortung für den Artenschutz und zeigen auf, wie es im Sinne nachhaltiger Entwicklung gelingen kann, die notwendigen Erfordernisse der materiellen Produktion mit dem Erhalt der Biodiversität zu verbinden.42

Alle Verantwortlichen in der Konzernzentrale, bei den Marken und an den Standorten sind aufgefordert, diese Umweltgrundsätze bei allen Entscheidungen zu befolgen. Den Marken steht es frei, weitergehende Leitlinien beziehungsweise Grundsätze für ihr Umweltmanagement zu formulieren. So hat die Marke Volkswagen auf Basis der Umweltgrundsätze weitergehende Umweltziele für die Technische Entwicklung in den Zielfeldern Klimaschutz, Ressourcenschonung und Gesundheitsschutz definiert und im Rahmen von „Think Blue. Engineering.“ auch konkrete Ziele gesetzt.

Organisation des Umweltschutzes im Konzern

Der 2011 etablierte Konzernbeauftragte für Umwelt, Energie und neue Geschäftsfelder berichtet direkt an das Nachhaltigkeitsboard des Volkswagen Konzerns. Unter seiner Leitung tagt der Konzern-Steuerkreis Umwelt & Energie, der alle Aktivitäten weltweit stärkt, die uns in der Umsetzung der Konzern-Umweltstrategie sowie bei der Entwicklung neuer Geschäftsfelder voranbringen. Darin sowie im konzernweiten CO2-Steuerkreis sind Umwelt- und Nachhaltigkeitsexperten sowie Entscheider aller relevanten Marken und Bereiche vertreten. Für ihre Arbeit nutzen sie interne Management- und Analyseinstrument wie Lebenszyklusanalysen (LCA) oder die CO2-Registrierkasse – ein Instrument, das jedes Fahrzeugprojekt des Konzerns bezüglich seines Beitrags zur Erreichung des CO2-Flottenzielwerts prüft. Seit 1976 tauschen die Umweltbeauftragten der europäischen Standorte regelmäßig ihre Erfahrungen aus, seit 1998 finden regelmäßig Konzern-Umweltkonferenzen statt, bei denen die Umweltbeauftragten und -experten des Konzerns sich über Strategien, Maßnahmen und Projekte beraten. Zentrales Element ist die Erstellung von Aktionsplänen, die anschließend diskutiert und verabschiedet werden. Ein leistungsfähiges konzernweites Umweltcontrolling unterstützt diese Aktivitäten und ist für den Volkswagen Konzern Gradmesser des Fortschritts.

Konzern-Steuerkreis Umwelt & Energie


Seit 1998 finden regelmäßig Konzern-Umweltkonferenzen statt.

Für den Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen allen Marken und Regionen haben wir zudem das konzernweite Expertennetzwerk Klima und Energie etabliert. Im Mittelpunkt steht neben dem Austausch von Best-Practice-Ansätzen die Diskussion mit internationalen Wissenschaftlern, Experten und anderen Stakeholdern.

Umweltmanagementsystem

Das konzernweite Umweltmanagement bildet die organisatorische Basis, auf der die Umweltziele des Konzerns erreicht werden. Volkswagen sorgt für die konzernweite Einhaltung nationaler Rechtsvorschriften. Alle Marken sind aufgefordert, aufbauend auf der Umweltpolitik und den Umweltgrundsätzen des Konzerns ihr Umweltmanagement eigenverantwortlich nach internationalen Standards zu organisieren. Das Umweltmanagementsystem der Volkswagen AG sowie der Technischen Entwicklung der Marke Volkswagen wird vom Umweltbeauftragten/Leiter Umwelt (Konzernforschung) verantwortet. Seit 1995 beteiligt sich die Marke Volkswagen mit ihren deutschen Standorten an EMAS (europäisches Eco-Management and Audit Scheme) sowie weltweit am Umweltzertifizierungsverfahren gemäß der internationalen Norm ISO 14001. Die Zertifizierung der Energiemanagementsysteme gemäß ISO 50001 treibt die Marke seit 2009 voran. Besonders wichtig ist die Information und Einbindung der Mitarbeiter in die Managementsysteme. Dies wird durch ein Intranetportal unterstützt, auf das die Mitarbeiter Zugriff haben. Das Portal stellt Best-Practice-Beispiele vor und vermittelt den direkten Kontakt zu verantwortlichen Umsetzern. Darüber hinaus stellt das Portal grundlegende Regelungen und Tipps zum Energiesparen – unter anderem aus dem zentralen Ideenmanagement – zur Verfügung. Bislang wurden fast alle europäischen Standorte der Marke Volkswagen nach der neuen Energiemanagementnorm ISO 50001 zertifiziert. Weitere Standorte werden in den nächsten Jahren schrittweise folgen. Seit 1995 hat die Technische Entwicklung der Marke Volkswagen ein Umweltmanagementsystem zur „Entwicklung von Kraftfahrzeugen mit kontinuierlich verbesserten Umwelteigenschaften“ nach ISO 14001 etabliert. 2013 konnte die sechste Rezertifizierung im inzwischen 18. Jahr erfolgreich abgeschlossen werden. Seit 2009 wird das Umweltmanagementsystem der Technischen Entwicklung außerdem nach ISO TR 14062 ausgerichtet. 43

Standorte mit Umweltzertifizierungen

EMAS ISO 14001 ISO 50001
22 89 22

Einige Standorte setzen sowohl EMAS als auch ISO 14001 um. Nicht eingerechnet sind hierbei unsere neu errichteten Standorte in China, bei denen die entsprechenden Zertifizierungen noch folgen. Eine Liste aller zertifizierten Standorte finden Sie im Internet. 45

Instrument Treibhausgasinventar (Scope 3)

Im Rahmen des Konzernnachhaltigkeitsberichts 2012 veröffentlichte der Volkswagen Konzern erstmals ein Scope-3-Inventar für CO2-Emissionen. In Übereinstimmung mit dem 2011 veröffentlichten Scope-3-Standard des World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) und des World Resources Institute (WRI) berichten wir CO2-Emissionen im vorliegenden Bericht zu zwölf von insgesamt 15 Scope-3-Kategorien. Die Daten zeigen, dass in den Emissionskategorien „Beschaffte Güter und Dienstleistungen“ sowie „Nutzungsphase“ zusammen über 93 % des gesamten Scope-3-Aufkommens entstehen. Die Daten in diesen beiden Kategorien werden durch externe Gutachter von PricewaterhouseCoopers unter Beachtung des Prüfungsstandards ISAE 3000 „International Standard on Assurance Engagements“ geprüft. 61