Nutzung

Die meisten CO2-Emissionen entstehen bei der Nutzung eines Fahrzeugs und nicht bei der Herstellung und Verwertung. Sparsame Autos zu bauen ist deshalb der Schlüssel für eine Mobilität mit weniger CO2. Unser Ansatz geht darüber jedoch hinaus: In der Mobilität von morgen wird das Auto weiterhin ein zentraler Bestandteil bleiben, aber mehr denn je mit anderen Verkehrsmitteln verknüpft sein.
Unsere Vorstellung einer intelligenten Mobilität vereint den Anspruch nach Mobilität mit dem Schutz der Umwelt und setzt ein effizientes Zusammenspiel von Menschen, Infrastruktur, Technologien und Verkehrsmitteln voraus. Denn es geht darum, die Entwicklung effizienter Fahrzeuge und Dienstleistungen rund um die Mobilität in ein vielschichtiges Geflecht unterschiedlicher Faktoren zu integrieren. Dazu zählen das veränderte Nutzungsverhalten, gesellschaftliche und demografische Trends, infrastrukturelle und ökologische Herausforderungen. So bietet der Volkswagen Konzern zahlreiche Dienstleistungen rund um die Mobilität an: Trainings für das ökologisch bewusste Fahren, Hilfen für das umweltorientierte Flottenmanagement oder Carsharing-Angebote.

Carsharing-Angebote

Mit „Quicar – Share a Volkswagen“ startete Volkswagen Financial Services im November 2011 in Hannover ein Carsharing-Projekt. An inzwischen knapp 100 Stationen in der Stadt – speziell gekennzeichneten Parkplätzen und Parkhäusern – stehen 170 Fahrzeuge der Marke Volkswagen zur kurzzeitigen oder längeren Miete bereit. Quicar zeichnet sich durch eine hohe Verfügbarkeit der effizienten Fahrzeuge, ein günstiges und flexibles Tarifsystem sowie ein einfaches Bedienkonzept aus. Der Fuhrpark von Quicar besteht vor allem aus Golf BlueMotion•. Die Modelle verfügen über einen 1,6-l-TDI-Motor, der im Durchschnitt lediglich 3,8 l Kraftstoff auf 100 km verbraucht und nur 99 g CO2/km emittiert. Ende 2013 hatte Quicar 10.119 Kunden mit einer durchschnittlichen Vermietdauer von 2,8 Stunden. Die Stiftung Warentest bewertete Quicar im September 2012 mit der Bestnote 1,8. Unter den neun Carsharing-Anbietern aus Deutschland und den Niederlanden überzeugte Quicar die Sachverständigen unter anderem in den Kategorien Buchung, Fahren und Online-Auftritt. 62

Das Carsharing-Projekt Quicar kommt an. Mehr als 10.000 Menschen in Hannover und der Umgebung nutzen das Angebot.

1,8 war die Bestnote, mit der Stiftung Warentest Quicar bewertete.

Gemeinsam mit ihrem Partner Pon Holdings hat sich Volkswagen Financial Services im April 2013 am niederländischen Carsharing-Marktführer Collect Car (Greenwheels) beteiligt. Greenwheels ist der führende Carsharing-Anbieter in den Niederlanden und setzt europaweit rund 2.000 Fahrzeuge ein. Ziele sind die gemeinsame Weiterentwicklung des Geschäftsmodells und die Ausweitung auf weitere Länder in Europa. Das Engagement ist ein weiterer Schritt der Volkswagen Financial Services, um bis 2018 der weltweit führende automobile Finanzdienstleister zu werden. Neue Mobilitätsangebote werden das traditionelle Verständnis, ein Automobil zu besitzen, ergänzen. Von Leasing über die Langzeitmiete und das Autovermietgeschäft bis hin zum Carsharing deckt die Volkswagen Financial Services AG über ihre Tochtergesellschaften nun einen noch größeren Teil des Mobilitätsbedarfs ihrer Kunden ab. 63
Audi mobility entwickelt innovative, premiumorientierte Mobilitätsservices mit internationalem Fokus. Der Einsatz ist ab 2014 geplant. Die Serviceprodukte leisten beispielsweise durch den Einsatz von Audi e-tron•- und Audi g-tron•-Fahrzeugen sowie intelligente Sharing-Ansätze ihren Beitrag zur Ressourcenschonung.

Lösungsansätze für urbane Mobilität

Für das Jahr 2050 prognostizieren die Vereinten Nationen eine Weltbevölkerung von über 9,5 Mrd. Menschen. Mehr als zwei Drittel von ihnen leben dann voraussichtlich in Städten, fast doppelt so viele wie gegenwärtig. Urbane Mobilität stößt daher weltweit immer mehr an ihre Grenzen. Alle Akteure in Städten sind gefordert, die begrenzten urbanen Flächen effektiver zu nutzen.
Die Mobilitätsforschung des Volkswagen Konzerns hat das Flächenproblem als strategische Herausforderung systematisch analysiert und Lösungen herausgearbeitet, die den Verkehr bis 2030 wirksam verbessern können und technisch realisierbar sind. Visualisiert werden diese durch einen Animationsfilm, in dem typische Mobilitätssituationen unterschiedlicher Stadtbewohner im Jahr 2030 skizziert werden. Die Bandbreite der gezeigten Lösungsansätze reicht von anderen Fahrzeugen über anderes Fahren sowie die andere Nutzung von Fahrzeugen bis hin zur multimodalen Nutzung von Verkehrsmitteln und zur Gestaltung städtischer Knotenpunkte. Der Film zeigt den breiten Ansatz von Volkswagen und soll auch im Dialog mit der Gesellschaft eingesetzt werden. 64

Der Volkswagen Konzern ist Partner im Innovationsnetzwerk „Morgenstadt – City Insights“ mit dem Ziel, die besten Technologien und Lösungen für den zukünftigen nachhaltigen Umbau von Städten zu erforschen. Das Netzwerk dient als neutrale Wissensplattform, um aktuelle Fragen zur Erforschung und Ausgestaltung nachhaltiger Städte zu beantworten. Als langjähriges Mitglied des World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) arbeiten wir zudem gemeinsam mit weiteren Mitgliedsunternehmen an dem 2013 aufgelegten Projekt „Sustainable Mobility 2.0“. Ziel ist die fachlich fundierte Herausarbeitung von Lösungen für eine nachhaltige städtische Mobilität der Zukunft, die mit ausgewählten Städten weltweit diskutiert werden sollen.

Reduktion von Verkehrslärm

Verkehr in urbanen Räumen ist oft mit Belastungen für die Menschen verbunden. Immer stärker rückt das Thema Verkehrslärm in den Vordergrund, da dieser für die Bewohner von Städten teilweise erhebliche Einschränkungen ihrer Lebensqualität bedeuten kann. Die Bereitstellung individueller Mobilität bei gleichzeitiger Reduktion von Lärm ist eine gemeinschaftliche Aufgabe, der sich auch der Volkswagen Konzern stellt.
Die Marke Volkswagen arbeitet als Fahrzeughersteller intensiv daran, die Geräuschemissionen des Einzelfahrzeugs weiter zu reduzieren. Im eigenen Akustikzentrum Wolfsburg ist die Geräuschminderung Ziel ständiger Optimierungen des gesamten Antriebsstrangs, der Aerodynamik sowie der Kontaktfläche zwischen Reifen und Fahrbahn. Bei der Erstausstattung von Neuwagen ist die Geräuschemission der verwendeten Reifen ein wesentliches Kriterium für alle Konzernfahrzeuge.
Der Volkswagen Konzern geht im Bemühen zur Reduktion von Verkehrslärm noch einen Schritt weiter. In Kooperation mit der Hamburger Lärmkontor GmbH (Deutschland) wurde ein Lärmtool entwickelt, mit dem Maßnahmen zur Lärmreduzierung bewertet werden können. Das Lärmtool führt Ausbreitungsrechnungen durch, errechnet Lärmkarten und liefert Aussagen zur Anzahl der Betroffenen.
Die Orientierung an den Betroffenen zeigt sich nicht nur an der Entwicklung des Immissionstools, sondern auch an einem kontinuierlichen Austausch mit Vertretern von Kommunen, also in der Praxis. Beispielhaft ist hier der Austausch mit der Stadt Wolfsburg zu nennen, die im Rahmen von Lärmminderungsmaßnahmen im Jahr 2013 einen innerstädtischen Straßenabschnitt mit einem lärmreduzierenden Asphalt überzogen hat und dadurch eine erhebliche Lärmreduktion für die Anwohner erreichte.
Insgesamt verfolgt der Konzern mit den Aktivitäten zum Verkehrslärm das Ziel, den Einfluss des Autos besser zu verstehen. Daraus können wir ableiten, welche Aufgaben wir als Fahrzeughersteller künftig haben und wo – im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes – der Dialog auch mit anderen Beteiligten zu führen ist.

Ein Spritspartraining hilft, bis zu 25 % Benzin zu sparen.

Sparsamere Nutzung

Seit vielen Jahren bieten die Marke Volkswagen und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) in ganz Deutschland unter dem Motto „Clever fahren – Sprit sparen“ unentgeltliche Spritspar-Trainings an, die von lokalen NABU-Gruppen, Volkswagen Händlerbetrieben und einem professionellen Trainerteam der Volkswagen driving experience gemeinsam durchgeführt werden. Die Fahrschüler absolvieren zwei identische Strecken im öffentlichen Verkehrsraum, die zweite unter Anleitung. Die Fahrzeuge sind mit B ordcomputern ausgestattet, um die Fahrten auswerten und interpretieren zu können. Schließlich erhalten die Kursteilnehmer am Ende eine Broschüre mit Spritspartipps. Damit befähigen wir Autofahrer, ihre individuelle Verantwortung für eine umweltfreundlichere Mobilität wahrzunehmen. Wer die Grundregeln cleveren Fahrens beherrscht, kann bis zu 25 % Kraftstoff sparen und damit Klima und Geldbeutel schonen. Die wissenschaftliche Begleitung der Trainings hat gezeigt, dass die Fahrer durchschnittlich 13 % Kraftstoff sparen. Eine sparsame Fahrweise trägt auch zur Luftreinhaltung, zur Lärmminderung und zur Verkehrssicherheit bei. Die Marke Volkswagen unterstützt das Angebot, indem sie kostenfrei Fahrzeuge und Fahrtrainer bereitstellt. Im Jahr 2013 nahmen deutschlandweit etwa 300 Autofahrer an den Kursen teil.

Fuhrparkmanagement

Großkunden, die sich über Volkswagen Leasing für ein umweltfreundliches Fahrzeug des Konzerns mit einem CO2-Ausstoß von weniger als 130 g/km entscheiden, nehmen automatisch am „Umwelt-Programm für nachhaltiges Fuhrparkmanagement“ von Volkswagen Leasing und Naturschutzbund Deutschland (NABU) teil. Im Gegenzug leistet die Volkswagen Leasing gemeinsam mit der betreffenden Konzernmarke einen Beitrag an den NABU, den die Naturschutzorganisation für Natur- und Klimaschutzprojekte verwendet. Seit Beginn der Zusammenarbeit stieg der Bestand an besonders umweltfreundlichen Fahrzeugen im Portfolio der Volkswagen Leasing auf rund 283.859 Fahrzeuge (Stand 12/2013). Zusätzlich sanken die durchschnittlichen CO2-Emissionen bei allen Fahrzeugauslieferungen an Großkunden der Volkswagen Leasing in den letzten 4,5 Jahren um 14 %.
Ergänzend bietet Volkswagen Leasing seinen Kunden die Möglichkeit, ihr umweltorientiertes Fuhrparkmanagement abzurunden. Dazu gehören Informationen über „Car Policies“: Im Allgemeinen regelt die Car Policy neben den Dienstwagenberechtigungen die Vergabe entsprechender Nutzerkategorien, die Festlegung von Referenzfahrzeugen, genaue Ausstattungsvorgaben, konfigurierbare Fahrzeugmodelle sowie Vorgaben bei der Wahl der Herstellermarke.
Zum Umweltprogramm gehört auch das Angebot von ECO-Fahrtrainings, bei denen die Kursteilnehmer lernen, wie sie durch ihre Fahrweise Sprit und Kosten sparen können. Online abrufbar ist ferner eine Broschüre mit Tipps für umweltbewusstes Fahren. Nach der erfolgreichen Einführung in Deutschland plant Volkswagen Financial Services die Ausweitung des Programms auf weitere Länder. 67

Standortbezogene Verkehrskonzepte

Die Emissionen, die durch den berufsbedingten Pendelverkehr entstehen, sind Teil unserer CO2-Erfassung. Im Rahmen unseres Scope-3-Inventars legen wir diese offen und arbeiten an Konzepten, um sie zu reduzieren. Mit der „Task Force Verkehr“ hat die Marke Volkswagen gemeinsam mit der Stadt Wolfsburg, der Wolfsburg AG und der Autostadt ein Gremium zur Verbesserung der Verkehrssituation am Standort Wolfsburg (Deutschland) ins Leben gerufen. Seit Februar 2012 treffen sich Vertreter der einzelnen Abteilungen und Partner kontinuierlich, um geeignete Verkehrsmaßnahmen zu identifizieren und anzustoßen. Auch hier geht es nicht nur um das Auto, sondern den intelligenten Mix der Verkehrsträger. Eine Reihe von Maßnahmen konnte seitdem erfolgreich umgesetzt werden. So wurden beispielsweise zusätzliche Busse und die Ausweitung der Taktzeiten der Werkslinien eingerichtet, eine Beschleunigungs- und Abbiegespur der A 39 ausgebaut und mehrere Tausend Parkplätze rund um den Standort Wolfsburg gebaut. Außerdem wird ein Jobticket für den Bus- und Schienenpersonennahverkehr der Verbundtarifregion Braunschweig angeboten.
Wie in den Vorjahren unterstützte die Marke Volkswagen auch 2013 die deutschlandweite Aktion „Stadtradeln“ des Klimabündnisses. Volkswagen Amerika setzte 2013 sein Sponsoring der Umweltorganisation People for Bikes fort, einer Fahrradfahrer-Lobby in den USA. Der Radsport ist der wichtigste Pfeiler der internationalen Sponsoringstrategie von ŠKODA, dessen Unternehmensgeschichte 1895 mit der Produktion von Fahrrädern begann.
Einzelne Standorte und Marken des Volkswagen Konzerns ermuntern ihre Mitarbeiter, für kurze Strecken aufs Rad zu steigen. In Uitenhage (Südafrika) sind inzwischen sogar öfter Angestellte zu sehen, die ein Fahrrad statt den Dienstwagen für Fahrten auf dem Werksgelände nutzen. Und Bentley unterstützt seine Mitarbeiter mit dem Programm „Green Travel“, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu kommen. Etwa 10 % der Belegschaft nutzen ein „Bike“ im Berufsverkehr, weit mehr als der Durchschnitt der Briten.