Produktentwicklung

In der Produktentwicklung werden die Weichen für maximale Energie-, Verbrauchs- und Ressourceneffizienz gestellt. Der Volkswagen Konzern hat das Ziel, alle Fahrzeuge und Technologien so zu entwickeln, dass sie bessere Umwelteigenschaften aufweisen als das Vorgängermodell. So soll beispielsweise jede neue Fahrzeuggeneration der Marke Volkswagen um 10 bis 15 % effizienter sein. Außerdem verpflichten wir uns dazu, den Ausstoß der europäischen Neuwagenflotte bis 2020 auf 95 g CO2/km zu senken, und haben uns damit als erster Automobilhersteller ein derart ehrgeiziges Ziel gesteckt.
Um das zu erreichen, berücksichtigen wir den Umweltschutz bereits im frühestmöglichen Stadium der Produktentstehung. Mit den konzernweit gültigen Umweltgrundsätzen Produkt werden Klimaschutz, Ressourcenschonung und Gesundheitsschutz als zentrale Zielfelder der kontinuierlichen Verbesserung definiert. Die Zahlen belegen, dass wir mit unserer Produktentwicklungsstrategie auf einem guten Weg sind. Die durchschnittlichen CO2-Emissionen der europäischen Fahrzeugflotte konnten zwischen 2008 und 2013 von 159 auf 128 g CO2/km gesenkt werden (Basis: EU 28 inkl. Kroatien ab Stichtag 1. Juli 2013). Dies entspricht einer Reduzierung von rund 19 %. Insgesamt 324 Modellvarianten haben einen CO2-Ausstoß von maximal 120 g/km, 54 Modellvarianten unterschreiten bereits jetzt die Marke von 100 g CO2/km.

Life Cycle Engineering

Der Begriff „Life Cycle Engineering“ steht für die ökologische Optimierung der Fahrzeuge über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Zunächst werden mittels Umweltbilanzen (Life Cycle Assessments, LCA) die Umweltwirkungen der in Entwicklung befindlichen Fahrzeuge über deren gesamten Lebensweg hinweg untersucht – vom Rohstoffabbau über die Produktion und Nutzung bis hin zur späteren Verwertung. Anhand einer Lebenszyklusbetrachtung lässt sich beispielsweise feststellen, wie sich die Umweltwirkungen quantitativ in den verschiedenen Phasen eines Autolebens unterscheiden: Bei konventionellen Benzin- oder Dieselfahrzeugen fallen mit rund drei Vierteln die meisten CO2-Emissionen in der Nutzungsphase an. Der weitaus geringere Teil entsteht bei der Herstellung. Anders sieht es beim Thema Wasser aus: In der Nutzungsphase ist der Verbrauch trotz regelmäßiger Fahrzeugwäsche sehr gering, der Großteil liegt hier in der Vorkette.

Emissionsreduktion Fahrzeuge


Zehn meistverkaufte Fahrzeuge im Konzern 2013 (EU 28)

Modellgruppe1   Motoren   Kraftstoff   CO2-Emissionen, kombiniert2   Leergewicht2   Effizienzklasse  
up! R3 1,0 l 44 kW SRE 4 V Benzin 95 g [CO2/km] 940 kg B
up! R3 1,0 l 55 kW SRE 4 V Benzin 98 g [CO2/km] 940 kg B
Golf VII R4 1,2 l 77 kW TSI 4 V Benzin 114 g [CO2/km] 1.210 kg B
Golf VII R4 1,4 l 90 kW TSI 4 V Benzin 116 g [CO2/km] 1.249 kg B
Golf VII R4 1,6 l 77 kW TDI-CR 4 V Diesel 99 g [CO2/km] 1.295 kg A
Golf VII R4 2,0 l 110 kW TDI-CR 4 V Diesel 106 g [CO2/km] 1.354 kg A
Tiguan R4 2,0 l 103 kW TDI-CR 4 V Diesel 138 g [CO2/km] 1.541 kg B
Caddy R4 1,6 l 75 kW TDI-CR 4 V Diesel 119 g [CO2/km] 1.549 kg A
Audi A3 Sportback R4 2,0 l 110 kW TDI-CR 4 V Diesel 108 g [CO2/km] 1.385 kg A
Passat Variant R4 2,0 l 103 kW TDI-CR 4 V Diesel 120 g [CO2/km] 1.571 kg A

1 Sortierung aufsteigend nach Segmenten, Kraftstoffen und Motoren.
2 CO2/km-Werte und Fzg.-Gewichte können in unterschiedlichen Fahrzeugkonfigurationen
(zum Beispiel Getriebe, BMT-Variante, Ausstattungslinie) abweichen.

2013 auf Konzernebene gegründet: Arbeitskreis „Life Cycle Engineering“.

Die Umweltwirkungen eines Fahrzeugs über den gesamten Lebensweg hinweg zu analysieren, ist eine komplexe Aufgabe. Für die Produktionsphase müssen Daten für alle Bauteile und Prozesse ermittelt werden. Der Recherche dienen Fahrzeugstücklisten, das Volkswagen Material Informationssystem (MISS) und externe Datenbanken. Die Erstellung des Umweltbilanzmodells aus diesen Datenquellen erfolgt dann mit Hilfe eines bei Volkswagen entwickelten IT-Tools. In der Nutzungsphase werden Kraftstoffverbrauch und Emissionen über die gesamte Laufzeit des Fahrzeugs betrachtet. Die Berechnung basiert auf dem gesetzlich vorgeschriebenen Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ).
Zusätzlich zu den Emissionen aus dem Fahrbetrieb werden für die Nutzungsphase auch die Prozesse der Kraftstoffherstellung betrachtet. Im letzten Lebenszyklusabschnitt, der Verwertung, werden schließlich der Energieverbrauch sowie die Emissionen für die Zerlegung und Verwertung des Altfahrzeugs berechnet.

Alle ermittelten Emissionen werden in einem weiteren Schritt potenziellen Umweltwirkungen zugeordnet. CO2 und Methan tragen beispielsweise zum Treibhauseffekt bei. Weitere betrachtete Umweltwirkungen sind Sommersmog, Versauerung, Ozonabbau und Überdüngung. Das Unternehmen erhält mit diesen Lebenszyklusanalysen, die streng nach den internationalen Normen für Umweltbilanzen ISO 14040 und 14044 durchgeführt werden, frühzeitig Informationen über die ökologisch vorteilhafteste Lösung. Im nächsten Schritt werden aus den gewonnenen Erkenntnissen Maßnahmen abgeleitet, die den größten ökologischen Effekt über den gesamten Lebenszyklus erzielen. 52
Seit 2013 existiert auf Konzernebene der Arbeitskreis „Life Cycle Engineering“, in dem Experten aus den Marken an einheitlichen Leitlinien und Methoden für harmonisierte Umweltbilanzen im gesamten Konzern arbeiten und Ergebnisse erfolgreicher Life Cycle Engineering-Projekte austauschen.

Umweltprädikate und Umweltbilanzen

Für ausgewählte Modelle veröffentlicht die Marke Volkswagen ein Umweltprädikat: Darin werden Kunden und Öffentlichkeit über den ökologischen Fortschritt des neuen Modells gegenüber seinem Vorgänger über den gesamten Lebenszyklus informiert. Grundlage für den Vergleich sind die beschriebenen Umweltbilanzen. Die detaillierten Analysen lässt die Marke Volkswagen von der unabhängigen Prüfungsgesellschaft TÜV NORD zertifizieren. Diese bestätigt, dass die Umweltbilanz auf zuverlässigen Daten beruht und die Anforderungen nach den ISO-Normen 14040 und 14044 erfüllt wurden. Bis Ende 2013 haben Volkswagen Pkw und Volkswagen Nutzfahrzeuge insgesamt 18 Umweltprädikate vorgelegt. 53
Audi erstellt seit 2010 Umweltbilanzen zu neuen Modellbaureihen und veröffentlicht sie zu deren Markteinführung. Solche Umweltbilanzen, auch Ökobilanzen oder Life Cycle Assessments (LCA) genannt, liegen inzwischen für den Audi A3, den Audi A6 sowie das Audi e-gas project vor. 2013 veröffentlichte SEAT die „Carpeta ambiental“ (Umweltmappe) des neuen Leon. Diese Mappe stellt ein Instrument zur Überwachung und Nachverfolgung der relevantesten Umweltdaten des neuen Modells im Vergleich zu den Vorgängermodellen dar. Außerdem wurde zum ersten Mal eine Lebenszyklusanalyse des Modells Leon durchgeführt.

Neue Modelle der Marken

Der Volkswagen Konzern setzt bewusst nicht auf die eine, sondern mehrere Technologien – und unterscheidet sich mit seinem breiten Ansatz auch von den Wettbewerbern. Zum Technologie- und Entwicklungsportfolio gehören neben der weiteren Verbesserung der Otto- (TSI) und Dieselmotoren (TDI) Erdgasfahrzeuge, reine Elektro- sowie Hybridfahrzeuge mit Batterie- und Brennstoffzellentechnik. Dieser umfassende Ansatz unterstützt das Konzernziel, attraktive und bezahlbare Fahrzeuge für unterschiedlichste Anforderungen zu entwickeln: Sie sollen so sparsam wie möglich mit knappen Ressourcen umgehen und zugleich höchsten Fahrkomfort bieten.

Effizienzmodelle (TSI und TDI) 2013

Volkswagen. Die dritte Generation des Golf TDI BlueMotion stellte Volkswagen im Frühjahr 2013 vor. Mit einem Verbrauch von nur 3,2 l Diesel je 100 km (85 g CO2/km nach NEFZ-Zyklus) sorgt das Fahrzeug für Spitzenwerte in seiner Klasse. Großen Anteil am geringen Verbrauch hat der neu entwickelte Vierzylinder-Dieselmotor mit 110 PS. Entsprechend den Konzernvorgaben erreichten die Ingenieure gegenüber dem Vorgängermodell eine Verbrauchsreduzierung um 15 %. Ausgestattet ist der Golf TDI BlueMotion mit einem Start-Stopp-System und einer Bremsenergie-Rückgewinnung (Rekuperation). Darüber hinaus tragen die perfektionierte Aerodynamik, das geringe Fahrzeuggewicht, das modifizierte Sechs-Gang-Schaltgetriebe und besonders rollwiderstandsarme Reifen zur hohen Effizienz bei.
Mit dem Caddy BlueMotion stellte Volkswagen Nutzfahrzeuge 2013 ein Modell des beliebten Stadtlieferwagens vor, das bis zu 1,1 l weniger Kraftstoff verbraucht als Modelle ohne Spritspartechnologie. Der Verbrauch von 4,5 l je 100 km wird durch verschiedene aerodynamische und technische Modifikationen erreicht – etwa die Start-Stopp-Funktion, Leichtlaufreifen, Fahrwerkstieferlegung und eine Bremsenergie-Rückgewinnung.
Audi. Das verbrauchsgünstigste Serienmodell der Marke Audi ist der 110 PS starke Audi A3 1.6 TDI ultra : Er verbraucht 3,2 l Diesel auf 100 km, das entspricht CO2-Emissionen von lediglich 85 g/km – und das trotz komfortabler Ausstattung. Seit Herbst 2013 ist das Modell erhältlich. Als aktuell effizientester Audi ist die neue A3-Version zugleich das erste Modell der Marke mit dem Namenszusatz „ultra“. Er steht für den Anspruch von Audi, konsequente Nachhaltigkeit bei Produkten und in der Produktion zu erreichen.

Effizienzsteigerungen bei Lkw zahlen sich aufgrund der intensiven Nutzung besonders aus.

Scania. Scania Deutschland konnte im Juli 2013 den 1.000. Euro-6-Lkw der Reihe R 440 ausliefern. 2011 hatte Scania als erster Hersteller Lkw mit Euro-6-Motoren auf die Straße gebracht. Die zulässigen Stickoxid (NOx)- und Partikelemissionen der Euro-6-Norm sind im Vergleich mit der Euro-5-Norm ca. 80 % geringer.
Scania Streamline ist der Name der Fernverkehrsmodelle der Scania G- und R-Baureihen, die für niedrigen Kraftstoffverbrauch optimiert sind. Um den Kraftstoffverbrauch weiter zu reduzieren, ist der neue Economy-Modus vollständig in die vorausschauende Geschwindigkeitsregelung Scania Active Prediction integriert. In Kombination mit der effizienteren zweiten Generation der Euro-6-Motoren, die ab Januar 2014 für neu zugelassene Schwerlastfahrzeuge beziehungsweise ab September für alle neuen Kraftfahrzeuge verbindlich werden, lassen sich damit im Fernverkehr bis zu 8 % Kraftstoff einsparen.
Im Herbst 2013 stellte Scania das elektronische Bordsystem Eco-Roll vor, mit dem Kunden ihre Kraftstoffkosten um bis zu 2 % senken können. Eco-Roll errechnet den genauen Zeitpunkt, an dem sich ein Lkw die Gesetze der Schwerkraft zunutze machen kann, beziehungsweise was für den Kraftstoffverbrauch am effizientesten ist: längere Gefällestrecken mit Getriebe in Neutralposition und Motor im Leerlauf herunterzurollen oder bei abgeschalteter Kraftstoffzufuhr die Motorbremse einzusetzen.

Der SEAT Leon ist in seinem Segment das Fahrzeug mit den niedrigsten Emissionen.

Scania Euro-6-Motoren setzen Maßstäbe, wie strengste Emissionswerte erreicht werden können.

SEAT. Die Einführung des Leon 1.6 TDI CR 110 CV Ecomotive Ende 2013 stellte wegen seiner geringeren CO2-Emissionen von nur 85 g/km einen Meilenstein dar. Der Leon wurde damit zum Fahrzeug mit den niedrigsten Emissionen seines Segments. Auch alle übrigen Modelle der Marke werden in der Ecomotive-Version mit geringeren Emissionen angeboten: Ibiza• und Ibiza ST (88 g/km), Toledo (99 g/km), Altea und Altea XL (111 g/km) sowie der Alhambra (143 g/km).

ŠKODA. Nur 2,7 l auf 100 km benötigte der Rekordfahrer Gerhard Plattner mit einem serienmäßigen ŠKODA Fabia Combi GreenLine trotz widriger Witterungsbedingungen bei der „TransGermany-Sparfahrt“ im Oktober 2013. Dies sind 0,3 l weniger als der Normverbrauch von 3 l pro 100 km im Straßenverkehr. Den niedrigen Verbrauch ermöglichen unter anderem die Bremsenergie-Rückgewinnung, das Start-Stopp-System und aerodynamische Detailverbesserungen.

Neufahrzeugregistrierungen 2013 in der EU

Emissionsklassen   Anteil an gesamter Auslieferung, für Volkswagen Pkw und Nutzfahrzeuge, Audi, SEAT und ŠKODA  
≤ 95 g CO2/km 1,23 %
≤ 100 g CO2/km 10,30 %
≤ 120 g CO2/km 47,78 %
≤ 130 g CO2/km 63,24 %

Erdgasbetriebene Modelle 2013

Volkswagen. Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main im September 2013 feierte der Golf TGI BlueMotion seine Weltpremiere (TGI bezeichnet die Erdgasantriebe von Volkswagen). Sein Vierzylinder-Motor leistet 110 PS und fährt sowohl mit Erdgas als auch mit Benzin. Primär wird Erdgas als Kraftstoff eingesetzt, das Umschalten auf Benzin erfolgt bei leerem Gastank automatisch. Der Erdgasantrieb benötigt lediglich 3,5 kg/100 km, der CO2-Ausstoß beträgt 92 g/km mit DSG-Getriebe, mit Handschaltgetriebe 94 g/km. Der Golf TGI BlueMotion ist das siebte Erdgasfahrzeug von Volkswagen. Bereits vorher im Markt eingeführt waren der eco up! , Touran TSI Eco-Fuel , Passat TSI EcoFuel , Passat Variant TSI EcoFuel , Caddy EcoFuel und Caddy Maxi EcoFuel .

Audi. Der Audi A3 Sportback g-tron , der seit Dezember 2013 in Ingolstadt produziert wird, verbraucht im Mittel pro 100 km 3,2 bis 3,3 kg komprimiertes Erdgas. Dabei entstehen CO2-Emissionen von nur 88 bis 92 g/km. Mit der Nutzung des aus CO2 und Ökostrom gewonnenen Audi e-gas kann der A3 Sportback g-tron sogar nahezu CO2-neutral betrieben werden, weil bei Nutzung des Fahrzeugs exakt die Menge CO2 emittiert wird, die zuvor bei der Herstellung des Kraftstoffs gebunden wurde.

SEAT. SEAT konzentriert seine Bemühungen auf die Verringerung der CO2-Emissionen seiner gesamten Fahrzeugpalette. Das Modell Mii 1.0 MPI EcofuelEcomotive , das 2012 herausgebracht wurde, ist nach wie vor Maßstab auf dem Markt und hält mit 79 g/km die niedrigsten Emissionen der Palette.

ŠKODA. Nur 79 g CO2/km stößt der ŠKODA Citigo CNG aus – normalerweise. Denn je nach Fahrweise lässt sich dieser Wert noch deutlich unterschreiten: Bei einer Spritspartour von Italien nach Schweden im Sommer 2013 benötigte der Langstrecken-Allrounder durchschnittlich 2,4 kg Erdgas auf 100 km, das entspricht lediglich 65 g CO2/km. Die CNG-Version des ŠKODA Citigo zeichnet sich durch besonders hohe Effizienz aus. Sein 1-l-Motor mit drei Zylindern leistet 68 PS. Mit lediglich 2,9 kg Erdgas auf 100 km (Normverbrauch) gehört der Citigo zu den sparsamsten und kostengünstigsten Fahrzeugen weltweit.

Hybridmodelle 2013

Volkswagen. XL1 heißt das erste 1-l-Auto der Welt, Volkswagen produziert es seit 2013 in Kleinserie. Das in einer Kundenauflage von 200 Exemplaren (plus 50 Einheiten, die bei VW verbleiben) produzierte Modell ist mit 21 g CO2/km bei 0,9 l Diesel beziehungsweise 7,2 kWh Strom auf 100 km die technologische Speerspitze der Marke Volkswagen. Kein anderes Plug-in-Hybridfahrzeug (auch „Steckdosenhybrid“ genannt) mit einem aus Elektro- und Diesel-Verbrennungsmotor kombinierten Antrieb ist sparsamer. Im elektrischen Modus fährt der XL1 bis zu 50 km emissionsfrei. Der XL1 zeigt den Stand der Technik im Automobilbau bei Antrieb, Elektronik, Batterietechnologie, Aerodynamik und Leichtbau. Die Karosserie des XL1 besteht größtenteils aus dem ebenso leichten wie stabilen Carbonfaserverstärkten Kunststoff (CFK), damit hat er ein Leergewicht von nur 795 kg. Realisiert werden kann dieses Fahrzeug nur, weil Volkswagen sowohl bei den eingesetzten Technologien als auch bei der Produktion die Grenzen des Machbaren neu definierte und eine völlig neue, manufakturartige Fertigung für den in weiten Teilen aus CFK bestehenden XL1 aufgebaut hat.

Die Europaversion des Jetta Hybrid ist ebenfalls seit 2013 im Markt erhältlich. Für Vortrieb sorgen hier ein Hightech-Benziner (TSI mit 110 kW/150 PS) und ein 20 kW starker Elektromotor. Als Getriebe kommt serienmäßig ein automatisch schaltendes Siebengang-DSG zum Einsatz. Mit einem Durchschnittsverbrauch von 4,1 l/100 km (analog 95 g CO2/km) benötigt die sportliche Limousine damit rund 20 % weniger Kraftstoff als ein vergleichbar motorisierter Wagen mit konventionellem Antrieb. Wann immer möglich, nutzt der Jetta Hybrid automatisch den Elektromotor als einzige Antriebsquelle. Darüber hinaus kann das Auto auf Knopfdruck bis zu einer Geschwindigkeit von 70 km/h und einer Distanz von 2 km rein elektrisch und damit ohne jegliche Emissionen gefahren werden.

Marktdurchdringung der Eco-/Effizienzmodelle EU28

Marke   Modell   Absatz Eco-/
Effizienzmodelle 2013 EU28 1  
Gesamtabsatz 2013 EU28 1  
Volkswagen Pkw VWP BlueMotion 16.918
  + BlueMotion Technology 841.361
  Blue TDI Modelle 4.567  
  Ecofuel Modelle ( CNG) 16.120  
  MultiFuel Modelle (E85) 1.786  
  BiFuel Modelle ( LPG) 1.565  
  Hybrid 3.363  
  Summe Eco-/Effizienzmodelle 885.680 1.399.956
Volkswagen Nutzfahrzeuge VWN BlueMotion 1.051  
  + BlueMotion Technology 66.035  
  CNG 3.750  
  LPG 480  
  Summe Eco-/Effizienzmodelle 71.316 272.251
Audi e-Modelle 25.394  
  Clean Diesel 8.237  
  FlexFuel 306  
  Hybrid 359  
  Summe Eco-/Effizienzmodelle 34.296 663.521
ŠKODA ŠKODA GreenLine 11.710  
  + Green tec Pakete 32.176  
  CNG Modelle 1.302  
  Summe Eco-/Effizienzmodelle 45.188 481.628
SEAT SEAT e-ecomotive 22.195  
  + ecomotive Pakete 111.579  
  LPG Modelle 1.645  
  Summe Eco-/Effizienzmodelle 135.419 277.596
Volkswagen Konzern Gesamtsumme   3.094.952


Im Gesamtmarkt EU281 wurden im Jahr 2013 11.828.530 Fahrzeuge abgesetzt (Auslieferung an Kunden).

1 Baltikum, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Kroatien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, W-Europ-R

MAN. Erfolgreich auf dem Markt gestartet ist der Stadtbus MAN Lion’s City Hybrid 2010 in München. In Barcelona und Paris und vielen weiteren Städten fährt er inzwischen im Linieneinsatz. Der Niederflurbus spart mit seinem seriellen Hybridantrieb bis zu 30 % Dieselkraftstoff und CO2-Emissionen. Bremsenergie speichert der Bus und gewinnt daraus Antriebsenergie für seine zwei elektrischen Fahrmotoren. Nebenverbraucher wie die Klimaanlage sind elektrisch betrieben und werden aus dem Energiespeicher auf dem Dach gespeist.

Porsche. Auf der Messe Auto Shanghai im Mai 2013 feierte der Panamera S E-Hybrid von Porsche seine Weltpremiere, das Modell ist der weltweit erste Plug-in-Hybrid seiner Klasse. Die kombinierte Systemleistung beträgt 416 PS. Der Elektroantrieb leistet mit 95 PS mehr als doppelt so viel wie das Vorgängermodell. Seine Energie bezieht er aus einer neu entwickelten Lithium-Ionen-Batterie, die mit 9,4 kWh über mehr als den fünffachen Energieinhalt der bisherigen Batterie in Nickel-Metallhydrid-Technik verfügt. An einer Industriesteckdose lässt sich die Batterie in zweieinhalb Stunden aufladen, an einem haushaltsüblichen Anschluss in Deutschland in weniger als vier Stunden. Der Kraftstoffverbrauch des Panamera S E-Hybrid liegt bei 3,1 l auf 100 km – eine Verbesserung von 4 l auf 100 km im Vergleich zum Vorgängermodell. Die CO2-Emissionen belaufen sich auf 71 g/km. Die elektrische Reichweite im Alltagsbetrieb liegt realistisch zwischen 18 und 36 Kilometern. Rein elektrisch angetrieben fährt der Panamera S E-Hybrid mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 135 km/h.
Mit dem 918 Spyder hat Porsche 2013 seinen ersten Supersportwagen mit Hybridantrieb auf den Markt gebracht. Er verbindet Rennsporttechnik mit minimalem Verbrauch: Trotz einer Leistung von 887 PS verbraucht der 918 Spyder nur 3,1 l auf 100 km, das entspricht CO2-Emissionen von 72 g/km.

Elektrofahrzeuge 2013

Volkswagen. e-up! heißt das erste Serienelektrofahrzeug von Volkswagen, das seit November 2013 erhältlich ist. Es benötigt lediglich 11,7 kWh Strom für 100 km und ist damit Effizienzweltmeister (Effizienzklasse: A+). Die Antriebszentrale des viersitzigen Kleinwagens bilden ein kompakter Elektromotor (82 PS), die im Wagenboden integrierte Lithium-Ionen-Batterie und die Leistungselektronik. Ein Ein-Gang-Getriebe überträgt die Antriebskraft des Elektromotors auf die Vorderräder. Alle Komponenten inklusive der Batterie wurden von Volkswagen entwickelt. Die durchschnittliche Reichweite des bis zu 130 km/h schnellen e-up! liegt je nach Streckenprofil, Fahrstil und Zuladung bei bis zu 160 km. Die wegweisende Effizienz des e-up! ist auf die für ein Auto dieser Größe sehr gute Aerodynamik, den geringen Rollwiderstand und die effizienten Antriebskomponenten zurückzuführen. Hinzu kommen das hochwirksame Rekuperationssystem und innovative Ausstattungsmodule wie eine neu entwickelte und besonders sparsam arbeitende Klimaautomatik.
Als weiteres Großserienmodell präsentierte Volkswagen im Herbst den e-Golf , die rein batteriebetriebene Version des Bestsellers, die ab Anfang 2014 im Markt erhältlich sein wird. Mit einem Stromverbrauch von nur 12,7 kWh auf 100 km ist der e-Golf  das sparsamste Elektrofahrzeug seiner Klasse. Neben einer Reichweite von bis zu 190 km (NEFZ) und einer Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h hat der mit einem 85 kW/115 PS starken Elektromotor angetriebene e-Golf eine Vielzahl von Effizienztechnologien an Bord, beispielsweise das mehrstufige Rekuperationssystem, energiesparende LED-Scheinwerfer oder – als Mehrausstattung – eine Wärmepumpe zur energiesparenden Innenraumklimatisierung.
Über die Car-Net Online-Dienste und das Car-Net-Portal im Internet stehen e-up!- und e-Golf-Kunden nützliche Zusatzfunktionen zur Optimierung des eigenen Fahrverhaltens zur Verfügung und eröffnen ihnen die Möglichkeit, Fahrzeugdaten abzurufen und verschiedene Einstellungen unabhängig vom Standort vorzunehmen. Auch der Ladevorgang lässt sich mit Car-Net ortsunabhängig steuern.
Auch leichte Nutzfahrzeuge könnten elektrisch angetrieben werden. Das zeigt eine Studie, die Volkswagen Nutzfahrzeuge auf dem Genfer Auto-Salon 2013 vorstellte: Der Lieferwagen e-Co-Motion ist mit einem Ladevolumen von 4,6 Kubikmetern (m³) auf den innerstädtischen CO2-neutralen Lieferverkehr ausgelegt.
Ebenfalls eine Studie ist der e-load up!, ein elektrisch angetriebener Kleinsttransporter – konzipiert für die Bedürfnisse von Servicetechnikern, Kurierfahrern, Liefer- und Sozialdiensten. Basis des e-load up! ist die Pkw-Variante e-up! Der Transporter verfügt über einen Beifahrerklappsitz und mehr als 1 m3 Laderaum.